Sie fragen sich, warum Nicht-Juristen Gesetzeskenntnisse mitbringen sollten? Weil jede Aufgabe, jeder Job und jede Branche allgemeingültigen Gesetzen einerseits und jobspezifischen Gesetzen andererseits folgt. Deswegen sind Gesetzeskenntnisse für jeden Mitarbeiter wichtig – im Allgemeinen und im Speziellen. Erworben werden Gesetzeskenntnisse fortwährend: Grundlegende Gesetze werden bereits in der Schule vermittelt, branchen- und jobspezifische Gesetze sind dann Teil der jeweiligen Ausbildung. Formal betrachtet fallen Gesetzeskenntnisse in die Rubrik der fachlichen Kompetenzen und reihen sich neben Fremdsprachen, technische Kenntnisse und rechnerische Fähigkeiten.

Zur Definition. Das bedeuten Gesetzeskenntnisse in der Praxis.

Fachpersonal, das angibt, über Gesetzeskenntnisse zu verfügen, werden erst einmal kritisch beäugt. Gesetzeskenntnisse können für den Arbeitgeber nämlich positiv, aber auch negativ sein. Positiv sind sie immer dann, wenn die Kenntnis der Gesetze sich positiv auf die Arbeit auswirkt. Negativ sind sie immer dann, wenn Gesetzeskenntnisse den Unternehmer entlarven könnten oder dazu genutzt werden, eigene Interessen durchzusetzen – ohne auf betriebliche Interessen Rücksicht zu nehmen.

Menschen mit Gesetzeskenntnissen …

–    wissen um ihre Rechte und Pflichten.

–    stehen für ihre Rechte ein.

–    haben ein breites Allgemeinwissen.

–    können neue Aufgaben in bestehende Regelungen einordnen.

 

Diejenigen, die über Gesetzeskenntnisse verfügen, sind aus diversen Gründen wichtig, denn Gesetze sichern eine verlässliche, gleichbleibend hohe Qualität der Arbeit. Meist lassen sich Gesetzeskenntnisse nicht an Zertifikaten und Zeugnissen ablesen. Eine Alternative sind Eignungs- und Auswahltests, die jeder Betrieb selbst entwerfen kann.

Deswegen sind Gesetzeskenntnisse Ihrer Mitarbeiter für Ihr Unternehmen wichtig

Gesetzeskenntnisse sind Fachkompetenzen, die ein verlässliches Miteinander sichern und auch dafür sorgen, dass ein gleichbleibend hohes Maß an Qualität in einem Fertigungsprozess vorherrscht. So sind Unternehmen froh über Mitarbeiter, bei denen sie Gesetzeskenntnisse ausmachen können, denn: Wenn keine Zeit darauf verwendet werden muss, grundlegende Regelungen zu diskutieren, kann die Zeit sinnvoller eingesetzt werden. Zudem werden einmal gesetzte Regelungen meist nicht mehr in Frage gestellt, was wiederum einen verlässlichen Standardrahmen bildet.

Nachweis der Gesetzeskenntnisse

Die zielführende Praxis sieht so aus: Es wird ein Fragenkatalog (wie etwa der Folgende) genutzt, um herauszufinden, wie gut der Bewerber sich im Gesetzes-Dschungel auskennt.. Diese und andere Fragen können Sie im Rahmen unserer Online-Tests abrufen.

Diese Fragen könnten im Einstellungstest rund ums Thema Gesetzeskenntnisse zu beantworten sein:

  1. Gehört das Anlegen von Arbeitskleidung und das Duschen zur Arbeitszeit? (Lösung: Ja und nein. Fordert ein Unternehmen seine Mitarbeiter dazu auf, Arbeitskleidung zu tragen, muss die Umzieh-Zeit seitens des Arbeitgebers bezahlt werden. Duschen kann jedoch nicht als Pflichtaufgabe verhängt werden, damit gehört das Duschen nicht zur Arbeitszeit.)
  2. Flexible Arbeitszeitmodelle liegen im Trend. Doch was versteht man eigentlich unter Flexikonten, Individualkonten und Vertrauensarbeitszeit? (Lösung: Flexikonten sind meist Kollektivkonten. Das bedeutet auch, dass der Betriebsrat kollektiv entscheidet, wann die Arbeitszeit reduziert werden muss und wann Mehrarbeit geleistet werden muss. Individuelle Arbeitszeitkonten hingegen sind die wohl bekannteste Form des Gleitzeitkontos. Meist werden Kernarbeitszeiten abgestimmt. Darüber hinaus ist der Arbeitnehmer meist recht frei. Eine dritte Variante ist die Vertrauensarbeitszeit: Gezählt werden nicht die Stunden, sondern die Erfolge. Das heißt auch, dass die absolute Freiheit mit mächtig viel Druck bezahlt wird.)
  3. Was sind die Unterschiede zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen Kündigung? (Lösung: Möglich ist eine ordentliche Kündigung seitens des Arbeitgebers nur aus betriebsbedingten Gründen, aus personen- und aus verhaltensbedingten Gründen. Bei betriebsbedingten Kündigungen spielen auch soziale Aspekte eine große Rolle. Die außerordentliche Kündigung wird auch als fristlose Kündigung bezeichnet. Ein Grund dafür kann nur der klassische Vertragsbruch sein.)
  4. Was versteht man unter ATG? (Lösung: ATG steht als Kurzform für Altersteilzeitgesetz. Dabei sollen Anreize geschaffen werden, einen gleitenden Übergang in den Ruhestand zu schaffen.)
  5. Was ist im BGB festgeschrieben? (Lösung: Das BGB ist das Bürgerliche Gesetzbuch. Darin sind die wichtigsten Regelungen des deutschen allgemeinen Privatrechts niedergeschrieben. Zudem regelt es die wichtigsten Rechtsbeziehungen zwischen Privatpersonen.)
  6. Was ist im Einkommensteuergesetz geregelt? (Lösung: Das Einkommensteuergesetz regelt die Angelegenheiten, die mit der Steuerpflicht der Deutschen in Zusammenhang stehen. Demnach unterliegen alle Einkünfte der Steuerpflicht.)
  7. Was versteht man unter einem Rechtsstaat und welche Garantien fallen unter diese Bezeichnung? (Lösung: Das Handeln des Staates ist auf Recht und Gerechtigkeit ausgerichtet. Bezeichnend für einen Rechtsstaat ist die richterliche Unabhängigkeit, die Gewaltenteilung von Regierung und Parlament, die Rechtsgleichheit, der Rechtsschutz, die Rechtsbindung und die Rechtssicherheit.)
  8. Was ist der Unterschied von einem Strafprozess und einem Zivilprozess? (Lösung: Bei einem Strafprozess agiert der Staat (Staatsanwalt) als Ankläger. Bei einem Zivilprozess werden Streitigkeiten von Privatpersonen verhandelt. Die rechtliche Grundlage ist hierbei das BGB.)
  9. Welches Gesetz gibt es heute nicht mehr – und warum? (Lösung: Das Urheberrechtsgesetz musste grundlegend geändert werden. Hintergrund dafür sind die neuen Medienkanäle, die sich im Zuge der Neuen Medien aufgetan haben.)
  10. Welches ist das grundlegende Gesetz in Deutschland? (Lösung: Das Grundgesetz, die Verfassung und die Grundrechte.)

Das Gegenteil von Gesetzeskenntnissen

Wer über keinerlei Gesetzeskenntnisse verfügt, der wird sich im Berufsleben schwertun. Als unbedacht, gesetzeslos oder aber un-reguliert könnten Menschen ohne Gesetzeskenntnisse beschrieben werden. Da Gesetze das menschliche Miteinander von Grund auf regulieren, gehören Gesetzeskenntnisse (oder zumindest deren korrekte Anwendung) zur Grundausstattung eines Menschen.

Diese Aspekte sind beim Blick auf die Gesetzeskenntnisse zu berücksichtigen

Es gibt einen eklatanten Unterschied, ob Gesetzestexte explizit mit einer Paragrafen-Nummer bezeichnet werden können, oder ob der Bewerber lediglich den Inhalt eben dieser Gesetze kennt. Ein grundsätzliches Verständnis für Gesetze, die ein friedvolles Miteinander sichern, ist Teil der regulären Sozialisation. Das heißt, dass Gesetze bereits in Kindergarten und Schule vermittelt werden. In der Ausbildung kommen zu den allgemeingültigen Gesetzen noch die branchen- und berufsspezifischen Gesetze hinzu. So ist die fachliche Kompetenz der Gesetzeskenntnisse vielfältiger als dies auf den ersten Blick scheinen mag.

Kann man Gesetzeskenntnisse erwerben?

Ja. Der Erwerb von Gesetzeskenntnissen erfolgt bewusst und unbewusst und meist ein Leben lang. Häufig sind Gesetze gar nicht als Paragrafen bekannt, sondern werden lediglich als Handlungsanweisungen und Richtlinien vermittelt. Physikalische, chemische und mathematische Gesetze hingegen werden ganz deutlich in der Schule vermittelt. Berufsspezifische Gesetzeskenntnisse ergänzen eben diese im Rahmen des Studiums oder der Ausbildung.

Die Auswirkung mangelhafter Gesetzeskenntnisse für Ihr Unternehmen

Gesetzeskenntnisse regeln das Miteinander. Und wenn ein Team im Betrieb gut funktioniert, dann wirkt sich das unmittelbar auf die Arbeit aus. Demnach ist ein Blick in die frühe Schulzeit ebenso wichtig wie das Überprüfen der Gesetzeskenntnisse in einem Einstellungstest. Wer nie gelernt hat, sich an Regeln und Gesetze zu halten, wird es nicht nur menschlich schwer haben, sondern wird auch fachlich nicht überzeugen können. Es war unsere Intention, den Stellenwert von Gesetzeskenntnissen als Mitarbeiterkompetenz zu beleuchten.

Bildquelle: vege/fotolia.com

Anfragen