Sicherlich kennen Sie auch die Berichte darüber, dass die Menschlichkeit im stressigen Geschäftsalltag auf der Strecke bleibt. Dass dies fatale Folgen für das Klima im Betrieb haben kann, ist die dramatische Konsequenz, wenn sozial-kommunikative Kompetenzen bei Mitarbeitern nicht hoch genug geschätzt wird. Eine dieser Kompetenzen ist das Einfühlungsvermögen, das häufig auch als Empathie bezeichnet wird. Besonders schwierig ist auch, dass sich sozial-kommunikative Kompetenzen – anders als etwa bei Sprach- oder Maschinenkenntnissen – nicht deutlich via Zeugnisnote nachvollziehen lassen. Wie Sie dennoch Mitarbeiter mit Einfühlungsvermögen aus Ihrem Bewerberpool filtern können, zeigt Ihnen dieser Fachbeitrag.

Einfühlungsvermögen

Einfühlungsvermögen

Zur Definition. Das bedeutet Einfühlungsvermögen in der Praxis.

Empathie und Einfühlungsvermögen zu haben bedeutet, Interesse zu zeigen, ein Gespür für die Gefühlswelt Dritter zu entwickeln und als wacher Zuhörer zu agieren. Empathie und Einfühlungsvermögen zu haben, bedeutet aber nicht, sich die Probleme der Mitarbeiter zu eigen zu machen. Dieser schmale Grat ist die größte Herausforderung für Führungspersönlichkeiten.

Menschen mit Einfühlungsvermögen …

  • achten darauf, wie etwas berichtet wird und können dies deuten.
  • agieren sensibel im Umgang mit Anderen.
  • beherrschen den Spagat, zuzuhören, ohne sich die Probleme anderer zu eigen zu machen.
  • haben ehrliches Interesse.
  • hören zu.
  • ist fähig, temporär begrenzt, einen Perspektivenwechsel zu vollziehen.
  • können sich in die Probleme anderer hineinversetzen.
  • können trotz Interesse und Einfühlungsvermögen Abstand wahren.
  • können zwischen den Zeilen lesen.
  • wissen, dass der Ton die Musik macht.

Deswegen ist das Einfühlungsvermögen Ihrer Mitarbeiter für Ihr Unternehmen wichtig

Ehrlichkeit, Offenheit und Menschlichkeit – diese Attribute werden sozial-kommunikativen Menschen zugeschrieben und eben das bildet die Grundlage für ein gesundes Miteinander im Betrieb. Wer also ehrliches Interesse zeigt, genau zuhört und auch bei der Problemlösung hilft, tut viel fürs gute Klima im Betrieb. Und eben das wird in Zeiten von Effizienzsteigerung und Rationalisierungsmaßnahmen zunehmend wichtiger. Gute Stimmung im Job ist im Übrigen nicht nur ein „Nice-to-have“, sondern auch wichtig für die Gesundheit der Mitarbeiter. Laut einer Studie des wissenschaftlichen Instituts der AOK klagen Mitarbeiter, die unzufrieden mit dem Betriebsklima sind, tendenziell häufiger über körperliche und psychische Beschwerden. 31 Prozent derer, die die Unternehmenskultur beklagten, blickten auf mehr als zwei Wochen krankheitsbedingte Fehlzeiten zurück. Bei den Zufriedenen lag der Vergleichswert gerade mal bei 16,9 Prozent. Was die Zufriedenheit eines Mitarbeiters bedingt ist unter anderem die Loyalität des Chefs und ab und an ein lobendes Wort für gute Arbeit.

Nachweis von Einfühlungsvermögen

Wer genau hinsieht, erkennt so einige Indizien dafür, dass ein Bewerber über Einfühlungsvermögen verfügt: Wer sich sozial engagiert, eine Jugendgruppe leitet, das Vorlesen im Altenheim engagiert oder anderweitig ehrenamtlich mit Menschen arbeitet, der verfügt meist über Einfühlungsvermögen. Auch wer als Sprecher einer Abteilung gewählt wurde, hat diese Stellung meist mitunter auch durch sein Einfühlungsvermögen erreicht.

Um ganz gezielt herauszufinden, wie es um das Einfühlungsvermögen eines potentiellen Mitarbeiters bestellt ist, gibt es allerdings auch eine standardisierte Variante des Online-Einstellungstests. Diesen müssen Sie nicht etwa selbst kreieren, denn eben diese Leistung bieten wir Ihnen an. Nutzen Sie unser Leistungs- und Fragenportfolio und erhalten Sie Zugriff auf eine Vielzahl an Fragen, die beim Aufspüren von Kompetenzen wie dem Einfühlungsvermögen helfen. Daneben unterstützen wir Sie gerne beim Eignungstest-Verfahren.

Mögliche Fragen könnten zum Beispiel so aussehen:

Schätzen Sie sich mit Blick auf die folgenden Statements selbst ein.

  • 1 steht dabei für „trifft zu“.
  • 2 steht für „trifft eher zu“.
  • 3 steht für „teils-teils“.
  • 4 steht für „trifft eher nicht zu“.
  • 5 steht für „trifft nicht zu“.

 

Das Statement

Das bedeutet die Antwort

 
Ein Plausch am Kaffeeautomaten ist für mich mehr als nur Small-Talk. Ich habe schon das Grundbedürfnis zu wissen, wie die Stimmung ist.Diese Aussage trifft ein empathischer Mensch, der ein ehrliches Interesse hat.
 
Manchmal fühle ich mich wie ein Kummerkasten. Wer diese Aussage trifft, genießt vielleicht das Vertrauen der Mitarbeiter, ob er allerdings ehrliches Interesse hat, könnte auch bezweifelt werden. Die Aussage wirkt eher etwas genervt.
 
Ich versuche stets nachzuvollziehen, warum und wieso sich ein Mitarbeiter so verhält wie er es tut.  Dieser Mensch hat Einfühlungsvermögen und möchte verstehen, wie ein Verhalten zu deuten ist.
 
Wenn es Streit gibt, versuche ich beide Seiten zu hören. Ausreden lasse ich dann nicht gelten. Wer derart besonnen agiert, dem ist das Klima im Betrieb wichtig und der kennt seine Mitarbeiter sehr genau.
 
Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen der Äußerung „Es geht mir gut.“ und „Es ist alles okay.“Wer diese Aussage trifft, achtet auf Details. Diesem Menschen kann man nur schwer etwas vormachen.
 
Wenn mir ein Mitarbeiter von seinen Problemen berichtet, ruhe ich nicht eher, bis wir eine Lösung haben.An dieser Stelle geht es mit dem Einfühlungsvermögen zu weit. Hier werden die Probleme nicht nur angehört, sondern zu eigen gemacht.
 
Meine Devise lautet: Erzählt mir ruhig, wenn es euch gut tut.Einerseits läuft dieser Mensch nicht Gefahr, sich die Probleme zu eigen zu machen, andererseits ist dieses Verhalten doch recht oberflächlich.
 
Manchmal kann ich mich besser und manchmal schlechter in die Lage eines Mitarbeiters versetzen.Diese Aussage bedeutet übersetzt: Manchmal funktioniert der Perspektivenwechsel (der ein Indiz für Empathie ist) besser und manchmal schlechter.
 
Mitarbeiter haben Aufgaben und diese müssen sie ableiten.Wer derart hart und ohne Blick für die Menschen agiert, hat kein Einfühlungsvermögen.
 
Empathie wird nur ausgenutzt.Diese doch recht unmenschliche Sichtweise kann daher rühren, dass einst zu viel Einfühlungsvermögen ausgenutzt wurde. Eine gute Quintessenz ist diese Einstellung dennoch nicht.

 

Das Gegenteil von Einfühlungsvermögen

Wer sich nicht gut in andere Menschen einfühlen kann, der ist desinteressiert, apathisch, gelangweilt, gleichgültig, abgestumpft, unbeteiligt, halbherzig und egoistisch. Wer es mit dem Gut-Zuhören indes einfach nicht ernst meint, ist oberflächlich oder im drastischsten Fall sogar verlogen.

Diese Aspekte sind beim Blick auf das Einfühlungsvermögen zu berücksichtigen

Zwischen gesundem Einfühlungsvermögen und übertriebenem Einfühlungsvermögen liegt nur ein schmaler Grat. Sich grundsätzlich für die Mitarbeiter zu interessieren, ist gut und wünschenswert. Sich massiv persönlich zu engagieren, ist nicht ratsam. Hier muss ein gesunder Abstand gewahrt werden, der für besonders emotionale oder engagierte Menschen gar nicht so einfach ist. Wer dazu neigt, sich über das normale Maß hinaus zu engagieren, der sollte sich den Weg auf die Fahne schreiben, besser auf Hilfe zur Selbsthilfe zu setzen, anstatt Probleme einfach nur zu lösen.

Kann man Einfühlungsvermögen erwerben?

Sicherlich gibt es Menschen, die sozialer eingestellt sind, als andere. Richtig erlernen kann man Einfühlungsvermögen allerdings nicht. Zu gekünstelt wäre die Vorstellung, sich zwanghaft für Dritte interessieren zu müssen. Meist würde einem dann sehr schnell Berechnung unterstellt werden, wenn klar wird: Einfühlungsvermögen wird „angewandt“ anstatt ehrlich „gefühlt“.

Die Auswirkung mangelhaften Einfühlungsvermögens für Ihr Unternehmen

Mit Blick auf die AOK-Studie hat sich gezeigt: Ein schlechtes Betriebsklima macht Mitarbeiter krank. Dies ist die eine Seite der Medaille, dass aufgrund mangelnden Einfühlungsvermögens Fehlzeiten hinzunehmen sind. Die andere Seite ist, dass Betriebe ohne gutes Betriebsklima es sehr schwer haben, geeignetes Fachpersonal zu finden. In Zeiten, in denen Arbeitgeber mit Blick auf Arbeitsklima, Familienfreundlichkeit, Sicherheit, Karrierechancen und Co. bewertet werden, schneiden diejenigen besonders schlecht ab, die ihren Mitarbeitern kein gutes Arbeitsklima offerieren können. Wenn Sie nun erkannt haben, dass das Einfühlungsvermögen einer Person eine wichtige sozial-kommunikative Kompetenz ist, dann haben wir schon vieles richtig gemacht. Und natürlich gehen wir auch den Rest der Wegstrecke gerne mit Ihnen gemeinsam und fahnden gemeinsam nach Bewerbern mit Einfühlungsvermögen.

Einstellungstest im Auswahlverfahren: Einfühlungsvermögen

Test hier downloaden

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