Unternehmenstipps: Bewerberanzahl und Qualität pushen

Aktualisiert am 18. Juni 2020 von Ömer Bekar

Schlagworte wie der demografische Wandel und der Fachkräftemangel sind auch für Sie längst ein alter Hut? Die Information, dass aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland die Anzahl an Schulabgängern eine fortwährende Rückläufigkeit aufweist, ist inzwischen nicht mehr neu. Bestimmt haben Sie bereits die Erfahrung gemacht, dass es kontinuierlich schwieriger wird, geeignete Auszubildende für freie Lehrstellen zu finden. Unternehmen sind gezwungen, auf die Situation zu reagieren, damit sie überhaupt jedes Jahr die verfügbaren Ausbildungsstellen besetzen können. Betriebe, die selbst ausbilden, wirken so einem Fachkräftemangel aktiv entgegen. Parallel zum schwindenden Anteil junger Menschen in der Bevölkerung, verringert sich auch die Anzahl der potentiellen Auszubildenden. Die Frage, „wie Bewerberanzahl und Qualität pushen?“, wird folglich zum Dauerbrenner-Thema in den Personalabteilungen. Firmen können Maßnahmen ergreifen, um ihre Attraktivität als Ausbildungsbetrieb zu steigern. Zudem sollte nicht nur eine ausreichende Anzahl an Bewerbungen für eine Lehrstelle eingehen. Wichtig ist ebenfalls, dass geeignete Interessenten dabei sind, die auch mit Blick auf ihre fachlichen Kompetenzen in Frage kommen.

Bewerberanzahl und Qualität pushen? Schritt 1: Formulierung der Lehrstellenbeschreibung

Fassen Sie in kurzen, knackigen Worten zusammen

  • welches Berufsbild Ihr Unternehmen ausbildet,
  • was die Kernfunktion Ihres Unternehmens ist und
  • welche Voraussetzung passende Auszubildende mitbringen sollten.

Je konkreter Sie den Ausbildungsplatz beschreiben, ohne eine ganzseitige Anzeige zu produzieren, desto eher können junge Menschen beurteilen, ob sie den Ausbildungsberuf für sich in Betracht ziehen wollen. Überlagern Sie den Text der Stellenbeschreibung nicht mit zu vielen Anforderungen. Vermeiden Sie insbesondere Angaben, die den Job in der Praxis überhaupt nicht ausmachen. Eine ehrliche Stellenanzeige führt zu stimmigen Bewerbungseingängen.

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Bewerberanzahl und Qualität pushen? Schritt 2: Veröffentlichung des Ausbildungsangebotes bei der Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit ist bis heute für Schulabgänger und Jugendliche, die überlegen, eine Ausbildung zu beginnen, Ansprechpartner Nummer eins. Die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit beraten die jungen Menschen persönlich im Hinblick auf geeignete Berufsfelder und vermitteln im direkten Gespräch freie Stellenangebote. Selbst die Internetplattform der Agentur ist stets auf dem neuesten Stand und bei Jugendlichen beliebt. Jedes Unternehmen, das einen Ausbildungsplatz zur Verfügung stellt, sollte daher zumindest auf der Internetseite der Agentur für Arbeit inserieren. Personalmanager sollten dabei berücksichtigen, die Lehrstellenanzeige frühzeitig zu melden. Etliche Schulabsolventen schreiben ihre Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz circa ein Jahr bevor die Lehrzeit beginnt. Hoch qualifizierte Schüler haben in der Regel schon zwischen August und November einen Ausbildungsvertrag für das Folgejahr in der der Tasche! Annoncieren Sie fristgerecht, damit die talentiertesten Azubis rechtzeitig auf Ihr Ausbildungsangebot aufmerksam werden.

Bewerberanzahl und Qualität pushen? Schritt 3: Publikation der Lehrstelle auf Ihrer Unternehmenswebsite

Junge Menschen sind heutzutage enorm internetaffin. Versäumen Sie aus diesem Grunde nicht, einen Ausbildungsplatz auf Ihrer Unternehmenshomepage zu veröffentlichen. In Abhängigkeit der Firmengröße gibt es Unterkategorien für Stellenangebote oder Karrieremöglichkeiten. Kleinere und mittelständische Betriebe setzen die freie Lehrstelle sogar als Hinweis auf die Startseite ihres Internetauftritts. Wenn Sie ein Online-Inserat geschaltet haben, nutzen Sie dieses als Vorlage und publizieren Sie Ihren Ausbildungsplatz in weiteren, speziellen Jobbörsen. Viel besuchte Internetseiten für die Job- und Ausbildungsplatzsuche sind:

  • Indeed.de,
  • Kalaydo.de,
  • Stepstone.de,
  • Ausbildung.de,
  • Planet-Beruf.de.

Bewerberanzahl und Qualität pushen? Schritt 4: IHK und HWK einbeziehen

Schulen arbeiten nicht nur mit der Agentur für Arbeit zusammen, wenn es um die berufliche Orientierung von Jugendlichen geht. Eine bodenständige Beratungsleistung liefern ebenso die jeweils zuständigen Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern. Junge Menschen erfahren hier Details über moderne und traditionelle Berufsbilder, klassische Arbeitsinhalte und bestimmte Anforderungen an Bewerber. Veröffentlichen Sie unbedingt Ihr Lehrstellenangebot bei der IHK oder HWK und stimmen Sie zusätzlich einer Bekanntgabe Ihrer Stelle bei der entsprechenden virtuellen Ausbildungsplatzbörse zu.

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Bewerberanzahl und Qualität pushen? Schritt 5: Inserat in lokalen Zeitungen

Obgleich sich das Internet wachsender Beliebtheit bei der Jobsuche erfreut, lassen Sie bei der Suche nach dem bestmöglichen Auszubildenden nicht die Printmedien außer Acht. Vor allem lokale Zeitungen und Wochenanzeiger bieten kostengünstige Annoncen. Zeitungsinserate haben den Vorteil, dass nicht nur der Jugendliche persönlich darauf stoßen muss. Freunde oder Angehörige können das Jobangebot lesen und für passend erachten. Falls Ihr Betrieb so klein ist, dass er keinen Internetauftritt besitzt, sollten Sie die Option einer Zeitungsanzeige unter allen Umständen wahrnehmen.

Bewerberanzahl und Qualität pushen? Schritt 6: Veranstalten Sie einen Tag der offenen Tür

Es gibt kaum eine bessere Variante, als potentielle Bewerber direkt persönlich kennenzulernen! Auf diese Weise gewinnen Sie einen ersten Eindruck. Zeitgleich bekommt Ihr Gegenüber einen unmittelbaren Kenntnisstand über Ihr Unternehmen und den angebotenen Ausbildungsplatz. Im Dialog können Fragen geklärt und Unsicherheiten aus dem Weg geräumt werden. Gerade größere Firmen, die sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich junge Menschen ausbilden, profitieren von einem Tag der offenen Tür. Alle Informationen fließen aus erster Hand und künftige Bewerber um eine Lehrstelle sind schon vertraut mit einigen örtlichen Gegebenheiten. Beim Tag der offenen Tür entscheiden Besucher, ob sie gerne für Ihr Unternehmen arbeiten möchten. Wenn sie sich daraufhin bei Ihnen bewerben, können Sie davon ausgehen, dass wahrhaftiges Interesse vorliegt.

Bewerberanzahl und Qualität pushen? Schritt 7: Teilnahme an Messen oder Gewerbetagen

Wie im vorherigen Absatz beschrieben, ist ein direktes Kennenlernen im persönlichen Gespräch hilfreich. Viele Gemeinden und Regionen veranstalten in regelmäßigem Turnus Gewerbetage und Messen. Auch einschlägige Job- oder Ausbildungsmessen können für Ihr Unternehmen wichtig sein. Sie finden unter Umständen bei einer Messe nicht nur passende Lehrlingsbewerber, sondern stellen einem breitgefächerten Publikum Ihre Produkte oder Serviceleistungen vor. Auf diese Weise lassen sich nicht nur Auszubildende, sondern denkbare Geschäftspartner oder Neukunden aufspüren. An einem Messetag können beispielsweise ehemalige Auszubildende Werbung für die nun freie Lehrstelle machen. So kommen interessierte Schulabgänger mit jungen Leuten in Kontakt, mit denen sie sich unbürokratisch und auf Augenhöhe unterhalten können.

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Bewerberanzahl und Qualität pushen? Schritt 8: Mit Schulen kooperieren

Vielen Jugendlichen ist ein Betrieb, der etwas abseits in einem Gewerbegebiet liegt, überhaupt nicht als Ausbildungsbetrieb bekannt. Um auf das bestehende Ausbildungsangebot aufmerksam zu machen, können Unternehmen geradeheraus mit Schulen der Umgebung zusammenarbeiten. Wenn möglich, verabreden Sie für bestimmte Schuljahre eine Vorstellung Ihres Unternehmens während des Unterrichtes. Bieten Sie als Anreiz für die Schüler Praktikumsplätze oder Ferienjobs an. Kaum ein Schulbetrieb wird sich diesem Angebot verschließen. Die Maßnahmen sind überaus dienlich, um zukünftige Auszubildende herauszufiltern. Wer bereits während der Schul– oder Ferienzeit in Ihr Unternehmen hinein geschnuppert hat und anschließend eine Bewerbung an Ihren Betrieb richtig, ist ganz sicher überzeugt davon, dass er hier gerne eine Ausbildung machen möchte.

Bewerberanzahl und Qualität pushen? Schritt 9: Mund-zu-Mund-Propaganda nutzen

Ein persönlicher Tipp ist vielen Jugendlichen, die auf der Suche nach einer Lehrstelle sind, Gold wert. Beziehen Sie Ihre ganze Belegschaft in die Präsentation Ihrer Firma als Ausbildungsbetrieb ein. Zufriedene Mitarbeiter, die eine verfügbare Lehrstelle propagieren, zeugen von einem guten Betriebsklima. Bitten Sie Ihre Belegschaft, das vorhandene Stellenangebot im Bekannten- und Familienkreis zu verbreiten. Ein wichtiger Kanal ist dabei die Mitarbeiterzeitung.

Bewerberanzahl und Qualität pushen? Schritt 10: Definition „passender Bewerber“ festlegen

Welcher Azubi am besten passt, ist relativ. Definieren Sie, welche Eigenschaften Ihr „optimaler“ Lehrling hat, damit Sie erfolgreich selektieren können. Beachten Sie die Punkte

  • persönliche Voraussetzungen (= u.a. Konzentrationsfähigkeit, handwerkliches Geschick oder Auge-Hand-Koordination, physische Belastbarkeit?),
  • charakterliche Besonderheiten (= u.a. ntrovertiert, extrovertiert, temperamentvoll oder phlegmatisch?),

um den für die Lehrstelle ideal einsetzbaren Auszubildenden ausfindig zu machen. Schwierig wird die Auswahl vor allem bei „nicht-zählbaren“ Fähigkeiten, die häufig im Verborgenen schlummern. Um eben diese Fähigkeiten und Kompetenzen aus den Azubis herauskitzeln zu können, empfehlen wir den Weg mit standardisierten Online-Einstellungstests zu gehen. Genau für diesen Bereich halten wir eine große Vielzahl an Fragen bereit. Sprechen Sie uns an und lassen Sie uns gemeinsam nach den Fähigkeiten Ihrer künftigen Azubis fahnden.

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