Unternehmer und Personalchefs haben keinen leichten Job, den oder die am besten passenden Auszubildenden für das vorhandene Berufsfeld zu finden. Nachdem das Auswahl- und Einstellungsverfahren erfolgreich verlaufen und der oder die richtige Bewerber/-in gefunden und eingestellt wurde, kommt auf alle Beteiligten der Berufsalltag zu. Sie verstehen ganz bestimmt, dass bei der Führung von jungen Menschen ein enormes Fingerspitzengefühl und ein hohes Maß an Sensibilität erforderlich sind. Für den Unternehmenserfolg sind letztlich ein positives Betriebsklima und eine angenehm praktizierte Zusammenarbeit ausschlaggebend. Wie es funktioniert, Mitarbeiter und Azubis motivieren zu können, zeigt dieser Beitrag.

Azubi motivieren!? Tipp 1: Konsequentes Verhalten schafft Respekt und Vertrauen

Ausbilder sollten in ihren Aussagen und praktischem Verhalten stets konsequent sein und sich nicht in Widersprüchen verirren. Jugendliche und junge Erwachsene schätzen und brauchen erfahrende Menschen, die als Leitbild fungieren und an denen sie sich orientieren können. Agieren Sie daher gegenüber Ihren Auszubildenden immer mit klaren Standpunkten. Bleiben Sie ehrlich und wählen Sie offene Worte. Mit taktischen Spielchen können Azubis nichts anfangen. Die Formulierung eindeutig definierter Erwartungshaltungen und Zielsetzungen helfen dem neuen Mitarbeiter, auf die richtige Spur zu gelangen. Nur wenn Sie selbst

  • verbindlich,
  • verlässlich und
  • konsequent

sind, wird der jugendliche neue Mitarbeiter Ihren Rat schätzen und sich – zu Recht – auf Sie und Ihre Hilfestellungen bei der Ausbildung verlassen. Zudem lernt der Azubi, sich auf die gleiche Weise zu verhalten. Bedenken Sie, dass ein Nachahmer anfangs nur so gut sein kann wie sein Vorbild. So motivieren Sie Ihre Azubis also nachhaltig.

Azubi motivieren!? Tipp 2: Begründete Entscheidungen treffen

Lassen Sie Ihren Auszubildenden zu keiner Zeit mit ungeklärten Situationen und Fragen „im Regen“ stehen. Ausbilder und Vorgesetzte sind gefragt und in der Pflicht, Entscheidungen von großer oder geringerer Bedeutung zu treffen. Die jeweilige Entscheidungsfindung kann unter Umständen unter Einbeziehung einer Abteilung oder eines Teams geschehen. Jeder Beschluss sollte gut durchdacht und im Anschluss an die Mitarbeiter kommuniziert werden. Hinsichtlich notwendiger Entscheidungen ist es substanziell, dass Sie Ihren Mitarbeitern nicht aus dem Weg gehen, sondern proaktiv und zügig die Verantwortung und Aktion übernehmen. Legen Sie allen Auszubildenden und Betroffenen Ihre betriebliche oder persönliche Entscheidung mit Transparenz dar. Sinnvoll begründete Entscheidungen vermögen das Team für eine folgende Handlung oder Arbeitsaufgabe zu begeistern. Eine ausführliche Kommunikation verhilft dazu, dass sich junge Mitarbeiter langfristig mit Ihrem Unternehmen identifizieren und fühlen, dass sie zum Erfolg ihren Teil beitragen. So klappt der ambitionierierte Weg, einen Azubi zu motivieren.

Azubi motivieren!? Tipp 3: Haben Sie ein offenes Ohr und ausreichend Zeit für Ihre Azubis

Nehmen Sie sich täglich die Zeit, Ihrem jungen Auszubildenden aufmerksam zuzuhören. Etliche Missverständnisse im täglichen Berufsleben lassen sich von vornherein vermeiden, wenn Menschen einander zuhören. Außerdem schaffen gemeinsame Dialoge ein starkes Vertrauensverhältnis. Um das Vertrauen aufzubauen, gilt es, vom ersten Ausbildungstag an für den Azubi da zu sein. Im Vordergrund stehen selbstverständlich Themen, die die Lehre betreffen. Trotzdem sollten Sie sich nicht ausschließlich lediglich über die berufliche Situation und schulische Entwicklung mit Ihrem Azubi austauschen. Fragen Sie ebenso nach familiären und persönlichen Veränderungen, die sich möglicherweise in die eine oder andere Richtung auf das Verhalten des Lehrlings auswirken können. Halten Sie während der gesamten Ausbildungsdauer ein Augenmerk darauf, was Ihr Auszubildender von seinem Leben und seiner beruflichen wie privaten Zukunft erwartet. Gerade junge Erwachsene benötigen Orientierung und sind oftmals dankbar für Anhaltspunkte, die einen Lebensweg aufzeigen können. Zahlreiche Azubis freuen sich, wenn im Gegenzug Ausbilder und Vorgesetzte etwas von sich selbst und ihren Lebenserfahrungen und Einstellungen berichten.

TIPP: Notieren Sie sich in Aktenvermerken die Aussagen und Wünsche sowie Erwartungen Ihres Auszubildenden. Überprüfen Sie von Zeit zu Zeit – durchaus in unregelmäßigen Abständen – ob sich der junge Mitarbeiter und auch Sie selbst als Ausbilder noch auf dem gewünschten Pfad befinden. So können Sie es schaffen, Ihren Azubi nachhaltig zu motivieren.

Azubi motivieren!? Tipp 4: Zollen Sie Ihrem Auszubildenden Respekt

Bemühen Sie sich stets auch darum, Ihren Auszubildenden so zu behandeln, wie Sie selbst gerne behandelt werden möchten. Wenn sich Personalmanager, Vorgesetzte oder Chefs auf eine andere (höhere) Stufe stellen als der Auszubildende, schafft das kein gegenseitiges Vertrauensverhältnis, das die Basis für Respekt darstellt. Ausbilder dürfen sich gegenüber ihren Azubis nichts herausnehmen, was sie andersherum ihren Angestellten niemals zugestehen oder erlauben würden. Als Betriebs- oder Unternehmensleiter oder Personalchef haben Sie die Verpflichtung, selbst vorzuleben, was Sie von anderen verlangen. Auf diese Weise zollen Sie allen Mitarbeitern – gleich welcher Position – Respekt und schaffen Motivation und Impulse, dem Unternehmen verbunden zu bleiben und sich täglich aufs Neue zu engagieren.

Azubi motivieren!? Tipp 5: Korrekter Umgang mit Fehlern

Jeder Mensch, natürlich insbesondere Auszubildende, machen Fehler. Personalmanager und Ausbilder müssen mit solchen Fehlern anständig umgehen können. Grundsätzlich sind Fehler erlaubt. Derselbe Fehler sollte allerdings nicht zu häufig wiederholt werden. Fehler sind dazu da, aus ihnen zu lernen und sie künftig zu vermeiden. Besprechen Sie in Ruhe mit dem Auszubildenden, worin sein Fehler lag und welche Maßnahmen geeignet sind, um den gleichen Fehler nicht erneut zu machen. Wie gut ein Azubi mit Fehlern umgehen kann, können Sie vielleicht mit Blick auf seine Lernbereitschaft und seine Kritikfähigkeit herausfinden. Deswegen empfehlen wir auch beim Azubi Recruiting standardisierte Eignungstests, die gerde diese Kompetenzen bestens nachweisen können. Wie diese Einstellungstests in der Praxis funktionieren, verraten wir Ihnen gern.

TIPP: Erwarten Sie generell von Ihren Mitarbeitern keine Null-Fehler-Quote. Auf diesem Weg vermeiden Sie Enttäuschungen und unrealistische Zielsetzungen.

Azubi motivieren!? Tipp 6: Fairness und die Einhaltung von Versprechen kurbeln die Motivation an

Wer sich fair benimmt, umgeht Frustsituationen und verhindert Demotivation. Ein ausgeglichenes Betriebsklima ohne Neid und Missgunst innerhalb der Belegschaft basiert auf der durch Sie vorgelebten Fairness. Versuchen Sie bei Konflikten, sich in die Situation Ihrer Mitarbeiter hineinzuversetzen. Achten Sie darauf, dass Sie niemanden mit Worten oder Taten bevorzugen oder benachteiligen. Ungerechte Behandlung bringt Unzufriedenheit mit sich. Das zieht sich wie ein roter Faden bis hin zur Entlohnung der Arbeitnehmer. Belohnen Sie gute Arbeitsleistungen schon während der Lehrzeit mit fairen Entgelten. Sie werden sich über die Motivation Ihrer Mitarbeiter freuen.

Versprechen, die Sie gegenüber Mitarbeitern und Auszubildenden geben, müssen Sie in jedem Fall erfüllen. Wenn Sie tun, was Sie sagen und Ihr Wort halten, verschaffen Sie sich Respekt und Vertrauen. Diese Norm sollten Sie nicht nur bezüglich kleinerer Angelegenheiten, sondern auch in großem Umfang beherzigen. Eine Zusage gilt genauso wie eine Absage. Falls Sie einem Mitarbeiter mehr Gehalt versprechen, müssen Sie diese Zusicherung einhalten und in die Praxis umsetzen. Ihre Auszubildenden und Mitarbeiter werden Ihnen Achtung entgegen bringen und Ihnen motiviert begegnen, wenn Sie allzeit zuverlässig und loyal handeln.

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