Sicherlich wissen Sie, wie Sie die Nachwuchskräfte am besten ansprechen, die Sie für Ihren Betrieb brauchen. Aber antwortet auch immer genau diese Zielgruppe auf Ihre Ansprache? Wenn nicht, muss das heute längst nicht mehr am Betrieb liegen – sondern häufig daran, was das Unternehmen über den reinen Job hinaus „zu bieten“ hat. Die GfK-Studie zur Work-Life-Balance, die Thema in diesem Beitrag sein soll, nimmt genau diese Faktoren unter die Lupe und versucht zu beleuchten, welcher Menschentyp besonders gut im Jonglieren der Freizeit-, Familie- und Job-Bälle ist. Unter die Lupe genommen wird die Einstellung der Berufsorientierten, die der Arbeit den höchsten Stellenwert beimessen. Die Familienorientierten setzen auf Familie und Kinder, die Vereinbarer, die wohl mit am engagiertesten sind, die Work-Life-Balance auch zu leben, ebenso. Für die Unabhängigen stehen Hobbys an erster Stelle.

GfK-Studie zur Work-Life-Balance: Stellenwert von Arbeit und Karriere

Den Deutschen ist ihr Job wichtig.

  • 68 Prozent würden vieles in Kauf nehmen – solange nur die Bezahlung stimmt oder der Karrierekick passt (44 Prozent). Und „vieles“ bedeutet, Abstriche bei Freizeit und Familie zu machen.
  • 47 Prozent der Befragten gaben zu, sich voll und ganz auf den Beruf zu konzentrieren und danach sogar die Freizeit auszurichten.
  • 29 Prozent verzichten auf Hobbys, 18 Prozent auf (weitere) Kinder. Zugegeben wird auch, dass Freunde (18 Prozent), die eigene Gesundheit (zehn Prozent), der Partner (sieben Prozent) oder die Familie (sechs Prozent) vernachlässigt wird. Vier Prozent würden gar ganz auf eine Partnerschaft verzichten.

Natürlich lassen sich nicht alle Deutschen über einen Kamm scheren. Die eingangs erläuterten „Menschentypen“ vertreten in der GfK-Studie zur Work-Life-Balance mit Blick auf Arbeit und Karriere diese Positionen:

Die Antworten der Berufsorientierten fielen erwartungsgemäß so aus, dass sie für das passende Gehalt (80 Prozent) oder den entsprechenden Karrierekick (63 Prozent) sehr vieles in Kauf nehmen würden. Verzichtet wird in erster Linie auf Hobbys (63 Prozent), auf Freunde (53 Prozent) und auf (weitere) Kinder (44 Prozent). Doch auch Gesundheit, Partner und Familie können für den Traum von der Karriere gestrichen werden. Das Pendant dazu sind die Familienorientierten, die nur zu 57 Prozent wegen des Gehalts und zu 21 Prozent wegen der Karriere auf vieles verzichten würden. Verzicht ja – aber nicht auf Partnerschaft und Familie würden sie sagen.

Fazit der GfK-Studie zur Work-Life-Balance mit Blick auf Arbeit und Karriere

Viele Deutsche fokussieren sich stark auf ihre Karriere und gehen dabei häufig über die sprichwörtlichen Leichen. Was ein Unternehmen davon hat? Engagierte Mitarbeiter, die vor allem zielorientiert agieren. Allerdings fehlt es häufig an Empathie. Wie Sie diese Kompetenzen bei einem Bewerber erkennen können, verrät ein Online-Eignungstest, den wir Ihnen gerne erläutern.

GfK-Studie zur Work-Life-Balance: Stellenwert von Partnerschaft und Kindern

Den Deutschen ist ihre Familie wichtig.

  • Beruf und Kinder: 48 Prozent würden für ihre Kinder den Job wechseln, 46 Prozent würden auf den beruflichen Aufstieg verzichten, 45 Prozent würden ein geringeres Gehalt in Kauf nehmen und 26 Prozent würden sogar ihren Beruf aufgeben.
  • Beruf und Partnerschaft: 46 Prozent würden für ihren Partner den Arbeitsplatz wechseln, 39 Prozent würden Einkommensverluste akzeptieren, 37 Prozent würden auf einen beruflichen Aufstieg verzichten und 16 Prozent würden für den Partner den Beruf aufgeben.

Natürlich konnte man auch in diesem Fall nicht von allen „Menschentypen“ dieselbe Antwort erwarten. Während die Familienorientierten mit 71 bis 86 Prozent Zustimmung ihrer Kinder wegen den Arbeitsplatz wechseln, auf Karriere verzichten, Einkommensverluste akzeptieren und den Beruf aufgeben würden, stimmten aus der Gruppe der Unabhängigen gerade einmal ein bis vier Prozent in diesen Punkten zu. Etwas wichtiger scheint den Unabhängigen noch die Partnerschaft zu sein. Die prozentualen Angaben lagen hier zwischen drei und 13 Prozent. Beim familienorientierten Pendant brachte die GfK-Studie zur Work-Life-Balance mit Blick auf Kinder und Partnerschaft prozentuale Werte zwischen 50 und 83 Prozent hervor.

Fazit der GfK-Studie zur Work-Life-Balance zum Stellenwert von Partnerschaft und Kindern

Deutschland scheint gespalten: Für die einen ist Familie das Größte, für andere nicht. Was ein Unternehmen aus diesem Ergebnis ablesen kann? Es gilt sich darauf einzustellen, dass es Menschen mit unterschiedlichen Lebensvorstellungen gibt. Wer jedoch auf die Vereinbarer setzt, der wird auch Mitarbeiter gewinnen, die gut im Organisieren und Planen sind und denen in punkto Zeitmanagement keiner etwas vormacht. Auch diese Kompetenzen können Sie im Eignungstest herausfinden.

GfK-Studie zur Work-Life-Balance: das Arbeitsleben

Bei den Deutschen klaffen Wunsch und Realität in punkto Arbeitsleben mächtig auseinander.

  • Arbeitszeitkonten: 36 Prozent aller Befragten nutzen Arbeitszeitkonten. 19 Prozent hätten gern die Möglichkeit dazu.
  • Gleitzeit: 30 Prozent der Befragten nutzen Gleitzeit-Modell. 21 Prozent hätten gern die Möglichkeit dazu.
  • Teilzeit: 22 Prozent der Befragten arbeiten Teilzeit. 16 Prozent würden sich diese Option wünschen.
  • Homeoffice/Telearbeit: 12 Prozent der Befragten arbeiten im Homeoffice. 13 Prozent würden sich diese Option wünschen.
  • Job Sharing: Fünf Prozent der Befragten arbeiten in Job-Sharing-Modellen. Neun Prozent würden diese Option gerne nutzen.
  • Elternzeit: Zwei Prozent nutzen Elternzeit-Regelungen. 14 Prozent würden dies gerne tun.
  • Sabbatical: Ein Prozent befindet sich in dieser beruflichen Auszeit. 15 Prozent würden diese Option auch gerne nutzen.

Abermals klafft die statistische Auswertung hier eklatant auseinander. Auffällig ist dabei: Während bei Arbeitszeitkonten und Gleitzeitoptionen die Schere noch weit weniger gering auseinanderklafft, so ist die Differenz zwischen gelebter Wirklichkeit und Wunschvorstellung gerade bei Homeoffice, Job-Sharing, Elternzeit und Sabbatical besonders mächtig. Die folgende Tabelle zeigt die prozentualen Angaben:

UnabhängigenVereinbarerFamilienorientiertenBerufsorientierten
Homeoffice Realität1310915
Homeoffice Wunsch9131713
Job-Sharing Realität4484
Job-Sharing Wunsch481310
Elternzeit

Realität

1251
Elternzeit

Wunsch

6152014
Sabbatical Realität1121
Sabbatical Wunsch12151719

 

Das wohl spannendste Ergebnis mit Blick auf diese Zahlen ist, dass die Berufsorientierten und die Familienorientierten nicht als Pendant auffallen, sondern ähnliche Ergebnisse aufweisen. So liegt die Idee nahe, dass es häufig nur an der Möglichkeit scheitern könnte, warum Berufsorientierte kinderlos und Single bleiben – weil Job-Sharing- und Elternzeit-Angebote (vor allem für Menschen mit Karrieregeist) rar sind.

Fazit der GfK-Studie zur Work-Life-Balance zum Arbeitsleben

Festzuhalten bleibt: Die Unternehmen tun mit Arbeitszeitkonten, Gleitzeitkonten und Teilzeit-Verträgen jede Menge, um Familie und Beruf zu vereinen. Doch offenbar scheinen sie nach wie vor „neue“ Modelle wie Homeoffice und Sabbatical zu meiden. Wer mit dem Gedanken spielt, ein Homeoffice-Angebot auszusprechen, kann mit Blick auf die Kompetenzen Selbststeuerung, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit prüfen, ob dies auch funktionieren könnte. Sprechen Sie uns an und wir kreieren Ihnen den passenden Einstellungstest für Ihr Vorhaben.

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