Kennen Sie das Zwillingspaar des verbalen und des schriftlichen Ausdrucksvermögens? Eine Antwort auf die Suche nach einem Bewerber mit verbalem Ausdrucksvermögen ist eine kommunikative Persönlichkeit, die explizit wertig kommunizieren kann (und damit mehr als nur Small-Talk im Repertoire hat). Ein Bewerber mit der fachlichen Kompetenz des schriftlichen Ausdrucksvermögens kann eben dieses verbale Ausdrucksvermögen auch schriftlich zu Papier bringen. Sie glauben, Sie erkennen einen Bewerber mit dieser Kompetenzstruktur an einer korrekt formulierten Bewerbung? Weit gefehlt, denn mittlerweile gibt es Dienstleister, die das perfekte Bewerbungsschreiben aufsetzen. Sie möchten wissen, welche Möglichkeiten Sie darüber hinaus haben, schriftliches Ausdrucksvermögen zu erkennen? Dann lesen Sie weiter.

Zur Definition. Das bedeutet schriftliches Ausdrucksvermögen in der Praxis.

Mitarbeiter, die angeben, über schriftliches Ausdrucksvermögen zu verfügen, haben hier etwas gründlich missverstanden. Schriftliches Ausdrucksvermögen ist keine Kompetenz, die man ebenso benennt, schriftliches Ausdrucksvermögen ist vielmehr eine Kompetenz, die sich äußert – oder eben nicht.

Menschen mit schriftlichem Ausdrucksvermögen …

  • artikulieren sich schriftlich (und häufig auch mündlich) in korrektem Deutsch.
  • wählen stets eine Sprache, die der Zielgruppe angepasst ist.
  • verfügen über ein großes Set an sprachlichen Mitteln.
  • verfügen über ein enormes Fremd- und Fachwörterwissen.
  • können Abstraktes verstehen und verständlich (schriftlich) wiedergeben.
  • können Präsentationen so aufbereiten, dass Prozesse und Ziele verständlich werden.

Mitarbeiter, die über schriftliches Ausdrucksvermögen verfügen, sind für ein Unternehmen von großer Bedeutung. Meist ist das schriftliche Ausdrucksvermögen mit dem verbalen Ausdrucksvermögen eng verstrickt, so dass Menschen sowohl schriftlich als auch mündlich auf hohem Niveau kommunizieren können. Im Absatz „Aspekte“ wird darüber hinaus erläutert, welche anderen Kombinationsmöglichkeiten es geben könnte.

Deswegen ist das schriftliche Ausdrucksvermögen Ihrer Mitarbeiter für Ihr Unternehmen wichtig

Schriftliches Ausdrucksvermögen ist eine Fachkompetenz, über die im Grunde jeder Mitarbeiter verfügen muss. Sprache ist Macht, denn sie ermöglicht die Weitergabe von Informationen. Natürlich kann dies auch verbal passieren, doch schriftlich weitergegebene Informationen sind ein Stück weit in Stein gemeißelt. Häufig gelten Handbücher in Unternehmen als wahre Verhaltens- und Arbeitsbibeln, die akribisch genau verfolgt werden. Wer über die Fähigkeit des schriftlichen Ausdrucksvermögens verfügt, kann also sowohl derartige Handlungsanweisungen verfassen als auch eben diese verstehen (und damit leichter befolgen). Hinzu kommt, dass in den meisten Jobs Kundenkontakt nötig ist, wobei natürlich ein perfektes schriftliches Ausdrucksvermögen gefragt ist.

Nachweis des schriftlichen Ausdrucksvermögens

Das Schreiben eines Aufsatzes im Rahmen eines Einstellungstests ist ein gängiges Mittel, um praxisnah herauszufinden, wie gut das schriftliche Ausdrucksvermögen eines Bewerbers ist. Die Themen sind dabei schier unerschöpflich. So kann zu einem aktuell in der Presse diskutierten Thema eine Erörterung gefordert werden (was gleichzeitig den Grad an Allgemeinwissen prüft), oder aber es geht darum in schriftlicher Form ein kleines Handbuch für einen Arbeitsablauf zu erstellen (was die fachliche Kompetenz im Beruf zeitgleich prüft). Der Nachteil am Aufsatz ist derselbe, der es schon zu Schulzeiten war: Wie soll bei einem Freitext entschieden werden, ob dieser „gut“ oder „schlecht“ ist?

Einfacher ist demnach die Methode einen Online-Einstellungstest zu nutzen, bei dem unter anderem diese Fragen auftauchen könnten:

  1. Wer oder was ist ein Oxymoron? (Lösung: Ein Oxymoron ist ein rhetorisches Stilmittel, bei dem zwei einander widersprechende oder sich gar ausschließende Begriffe in einer Figur verwendet werden.)
  2. Was versteht man unter dem Begriff Narration? (Lösung: Narration stammt vom Lateinischen „narrare“ ab, was „erzählen“ bedeutet. Narration kann demnach zweierlei bedeuten: Es kann eine Bezeichnung für eine Geschichte sein. Alternativ kann Narration auch als Bezeichnung für den Erzählprozess verwendet werden.)
  3. Wie verhält sich ein altruistischer Mensch? (Lösung: Ein altruistischer Mensch ist das Gegenteil eines egoistischen Menschen. Wer altruistisch agiert, verhält sich uneigennützig und selbstlos, denkt an das Wohl anderer und weniger an seine eigenen Vorteile.)
  4. Häufig fällt im politischen Konsens das Wort „bilateral“. Was bedeutet es? (Lösung: Bilateral wird sowohl in der Politik, aber auch in der Ökonomie, der Biologie und der Ethnologie verwendet. In der Übersetzung bedeutet es „zwei Seiten betreffend“ oder „zweiseitig“.)
  5. Exorbitant ist ein weiterer Exot der deutschen Sprache. Was verbirgt sich hinter diesem Wort? (Lösung: Exorbitant ist ein Synonym für die vergleichsweise gewöhnlichen Worte wie „enorm“ und „außergewöhnlich“.)
  6. „Interrogativ“ ist nur ein vergleichsweise hochtrabendes Wort für … (Lösung: … das Adjektiv „fragend“. )
  7. Was passiert, wenn sich zwei Menschen „fraternisieren“? (Lösung: Fraternisierung bezeichnet die Verbrüderung bzw. Anfreundung. Auch wenn dies auf den ersten Blick positiv scheint, so wird das Wort keineswegs immer so verwendet, denn es bezeichnet eben auch die Annäherung zweier eigentlich verfeindeter Parteien.)
  8. Wie verhält sich ein empathischer Mensch? (Lösung: Ein empathischer Mensch hat eine Gabe. Er kann sich in die Eigenarten des Gegenübers einfühlen.)
  9. „Subtil“ kann im Deutschen dreierlei Bedeutung haben. Welche sind dies? (Lösung: „Subtil“ kann als Synonym für die Wortkonstruktion „fein strukturiert“ verwendet werden. Auch kann „subtil“ bedeuten, dass etwas „unterschwellig“ passiert. Präzise, genau, detailliert und überlegt sind weitere Synonyme für das Wort „subtil“.)
  10. Welche Funktion hat ein Demagoge? (Lösung: Ein Demagoge ist ein Mensch, der mit seinen politischen Reden die Fähigkeit besitzt, Menschen aufzuhetzen. Einst war das Wort noch positiv als Führer konnotiert, doch mit Blick auf rhetorische Mittel wie Verzerrungen, Übertreibungen und Lügen hat sich dieses Bild enorm gewandelt.)

Das Gegenteil von schriftlichem Ausdrucksvermögen

Die fachliche Kompetenz des schriftlichen Ausdrucksvermögens hat mehrere Gegenteile. Eines könnte sein, dass das schriftliche Ausdrucksvermögen nicht sehr qualitativ hochwertig ausgeprägt ist. Das würde auch bedeuten, dass ein Bewerber die oben genannten Fremdworte nicht kennt. Allerdings gilt auch der klassische Analphabetismus, also die Unfähigkeit zur deutschen Sprachen, zu den Gegensätzen des schriftlichen Ausdrucksvermögens.

Diese Aspekte sind beim Blick auf das schriftliche Ausdrucksvermögen zu berücksichtigen

Wie bereits eingangs erläutert, hängt das schriftliche Ausdrucksvermögen ganz häufig mit dem verbalen Ausdrucksvermögen zusammen. Ist in beiden Fällen die Qualifikation hoch, ist das ein Volltreffer für ein Unternehmen. Ist in beiden Fällen die Qualifikation niedrig, heißt das keinesfalls, dass der Bewerber unbrauchbar ist, nur schränken sich die Einsatzgebiete dann eben entsprechend ein. Zudem gibt es Menschen mit einem ausgeprägten Ungleichgewicht im Ausdrucksvermögen: Wer schriftlich top ist, aber sich nicht verbal äußern kann, wird es beispielsweise nicht in eine Führungsposition schaffen, weil Präsentieren hier dazu gehört. Wer allerdings nur top bei Meetings und Konferenzen ist, dann aber in der schriftlichen Ausarbeitung patzt, braucht ein fähiges Backoffice, um eben diesen Mangel zu kompensieren.

Kann man schriftliches Ausdrucksvermögen erwerben?

Im Grunde ja. Schriftliches Ausdrucksvermögen sind – ganz einfach ausgedrückt – Deutschkenntnisse. Und diese erwirbt man in der Regel in der Schule. Um dieses schriftliche Ausdrucksvermögen mit Fach- und Fremdworten anreichern zu können, ist es nötig, den Wortschatz stetig mit entsprechendem Literaturkonsum zu erweitern.

Die Auswirkung mangelhaften schriftlichen Ausdrucksvermögens für Ihr Unternehmen

Nicht für jeden Posten brauchen Sie einen Hobbyautor, der mit hochtrabenden Fachbegriffen um sich werfen kann. Allerdings müssen sich Unternehmen im Vorfeld darüber klar sein, dass die Entwicklungschancen für Menschen mit einem Mangel an schriftlichem Ausdrucksvermögen gering sind. Das gilt es bei der Besetzung einer Stelle zu bedenken. So wollten wir Ihnen aufzeigen, dass Sie Mitarbeiter in Schlüsselpositionen brauchen, die über schriftliches Ausdrucksvermögen verfügen. Wie Sie diese finden, zeigen wir Ihnen gerne.

Bildquelle: 4Max/fotolia.com

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