Sie sind auf der Suche nach Nachwuchskräften? Dann lohnt sich ein regelmäßiger Blick in die Shell Jugendstudie, denn diese nimmt die Nachwuchskräfte von morgen unter die Lupe und zeigt Ihnen damit, mit welchen Kompetenzen Sie rechnen können. In dem Fokus dieses Beitrags stellen wird diese Shell Jugendstudie aus dem Jahr 2015.

Ein Blick in die Historie der Shell Jugendstudie

Um die Ergebnisse verstehen zu können, die die 17. Shell Jugendstudie zu Tage gefördert hat, ist ein kurzer Blick in die Vergangenheit durchaus angebracht. Dabei hilft diese kurze Rückblende:

  • Die Shell Jugendstudie 2002 bezeichnete die Jugend als „pragmatisch und unideologisch“. Optimismus prägte die Suche nach dem Platz in der Gesellschaft. Selbstverwirklichung und Lebensgenuss traten in den Hintergrund. Ordnung, Fleiß, Wohlstand und Sicherheit wurden wichtiger.
  • Die Shell Jugendstudie 2006 fand heraus: Das, was vor vier Jahren festgestellt wurde, hat noch immer Bestand. Hinzu kam jedoch eine neue Prägung – die der Unsicherheit und der Angst auf der Suche nach einem Platz in der Gesellschaft.
  • Die Shell Jugendstudie 2010 zeigt eine gegenläufige Entwicklung: Der Pragmatismus blieb. Angstgefühle waren rückläufig. Der Blick in die Zukunft war deutlich optimistischer. Zunehmend präsenter wurde auch die Leistungsorientierung. Auch das politische Interesse wurde stärker.

Die Shell Jugendstudie 2015, deren Ergebnisse in diesem Bericht beleuchtet werden, zeigt eine Generation im Umbruch und versucht zu ergründen, wie sich das auch auf die spätere Berufstätigkeit auswirken wird. Krieg und Mauerfall kennt diese Generation nur aus Erzählungen, dafür leben sie in einer Zeit der Krisen. Doch natürlich formen nicht nur Politik und Gesellschaft einen Jugendlichen, sondern auch Familie, Schule, Ausbildung, die Peer Group und andere Einflussfaktoren.

Die allgemeinen Ergebnisse der Shell Jugendstudie

Die Jugend ist pragmatisch. Sie passt sich den Möglichkeiten an, die sie hat. Das Sicherheitsbedürfnis ist groß. Zu beobachten ist, dass sie durchaus aktiv für ihre Belange einsteht und sich entsprechend engagiert. Daneben zeigt sich die Jugend experimentierfreudig. Idealismus wird deutlich höher gewichtet als eine reine Erfolgsorientierung. Risikobereitschaft legt sie an den Tag, um Ziele zu erreichen. Das Interesse an Gesellschaft und Politik ist groß. Daraus entsteht auch der Wunsch, selbst aktiv zu werden. Mit Blick auf den künftigen Beruf wünscht sich die Jugend Sicherheit einerseits und ein selbstständiges Leben andererseits. Neben der Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf spielt auch die gesellschaftliche Sinnhaftigkeit des Berufs eine Rolle. Befragt wurden zwischen Januar und März 2015 2.558 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren.

Einzelne Beobachtungen im Rahmen der Shell Jugendstudie

Um zu verstehen, wer sich künftig um eine Arbeitsstelle bemüht, kann mit Blick auf diese Studienergebnisse der Shell Jugendstudie einen ersten Eindruck gewinnen. Um anschließend detailliert nachzuforschen, wie es um die einzelnen Kompetenzen bestellt ist, haben wir spezielle Eignungstests entwickelt, die wir Ihnen gerne zur Verfügung stellen. Sprechen Sie uns dazu direkt an.

Ergebnisse der Shell Jugendstudie:

  • Das politische Interesse steigt. Nach eigenen Angaben schätzen sich 41 Prozent der Jugendlichen als „politisch interessiert“ ein. Das Interesse ist dabei nicht rein theoretischer Natur, sondern auch durchaus von praktischem Engagement geprägt. Davon profitieren jedoch die großen Parteien keineswegs, denn ihnen gegenüber zeigt sich die junge Generation misstrauisch. Umweltschutz- und Menschenrechtsgruppen werden indes eher unterstützt. Auch Online-Petitionen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Für das Berufsleben bedeutet das: Die Jugend weiß Wissen und Information zu nutzen, selbstständig zu beurteilen und daraus Handlungsweisen abzuleiten.
  • Die Familie hat einen hohen Stellenwert. Für 90 Prozent der Jugendlichen ist die eigene Familie sehr wichtig und das Verhältnis zu den Eltern ist gut. Die Folge: Etwa 75 Prozent würden dieselbe Erziehung, die sie erfahren haben, auch an ihre Kinder weitergeben. Ausnahme: Die untere Schicht möchte nicht so erziehen wie die Eltern. Für das Berufsleben bedeutet das: Wer bereits die Eltern im Betrieb als Angestellte führt, kann daraus in Ansätzen ableiten, wie es um den Arbeitseinsatz des Nachwuchses bestellt sein könnte.
  • Die Jugend blickt optimistisch in die Zukunft. Im Vergleich zu den Erhebungen aus den Jahren 2006 und 2010 steigt der Optimismus der Jugend. Allerdings beschränkt sich dieser auf die stärkeren sozialen Schichten. Doch nicht nur die eigene Zukunft wird optimistisch beleuchtet, sondern auch die gesellschaftliche Zukunft. Auch hier hängt der Grad an Optimismus von der sozialen Schicht ab. Für das Berufsleben bedeutet das: Optimismus ist gut und wichtig für ein angenehmes Arbeitsklima im Job.
  • Die Sorge um Bildung und Ausbildung bleibt ein Thema. 25 Prozent der Jugendlichen sorgen sich um die Umsetzbarkeit ihrer Berufswünsche allein aufgrund ihres Schulabschlusses oder ihrer Noten. Nicht nur die Höhe des Bildungsabschlusses, sondern auch der soziale Status spielt hier eine entscheidende Rolle. Wer einen hohen Schulabschluss hat oder zur oberen Schicht gehört, sorgt sich weniger um die Erfüllung beruflicher Wünsche. Für das Berufsleben bedeutet das: Wer als Personalverantwortlicher um diese Tatsache weiß und gerade denjenigen, die nicht die beste Ausgangsposition haben, eine Chance geben möchte, der kann mithilfe eines Online-Eignungstestverfahrens gezielt nach Kompetenzen suchen – und nicht nach Bildungsabschluss oder sozialem Status.
  • Flexibilität und Sicherheit sind die Wünsche an die Arbeitswelt. Nicht nur die Häufigkeit von hohen Bildungsabschlüssen steigt, sondern auch die Ansprüche, die junge Arbeitnehmer an ihren künftigen Arbeitgeber richten. Eine interessante Tätigkeit, Flexibilität sowie Sicherheit und die Vereinbarkeit von Familie und Berufe stehen auf der Wunschliste der Jugendlichen ganz oben. Frauen fordern diese Optionen deutlich vehementer als gleichaltrige Männer. Beide treibt die Sorge um, dass diese Wünsche nicht umsetzbar sein könnten. Für das Berufsleben bedeutet das: Wer um engagierte Nachwuchskräfte buhlen möchte, sollte diese Wünsche der Jugend beachten.
  • Jugendliche wünschen sich tendenziell weniger Kinder. Das Resultat daraus, dass die Sorge um mangelhafte Möglichkeiten, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen, vorherrscht, bedingt vermutlich das Ergebnis, dass die Jugend eher seltener an Nachwuchs denkt. Gerade einmal 64 Prozent der Jugendlichen wünschen sich eigene Kinder. Interessant ist dieses Detail: In niedrigeren sozialen Schichten denken noch weniger Jugendliche an Nachwuchs – vermutlich aus Sorge, mit ohnehin schlechten beruflichen Aussichten nicht „auch noch ein Kind durchbringen zu können“. Für das Berufsleben bedeutet das: Wer mit attraktiven, familienfreundlichen Möglichkeiten aufwartet, muss keine Entscheidung erzwingen, ob Kind oder Karriere angesteuert werden.
  • Sorge wegen Fremdenfeindlichkeit – und nicht etwa wegen der Zuwanderung. Es ist ein spannendes Ergebnis, das die Shell Jugendstudie hier präsentiert, denn während nur 29 Prozent der Jugendlichen sich wegen der Zuwanderung sorgen, haben doch 48 Prozent Angst vor Ausländerfeindlichkeit. Nur 37 Prozent plädierten für eine Verringerung der Zuwanderung (2002: 48 Prozent, 2006: 58 Prozent). Interessant ist auch, dass sich gerade Jugendliche aus den neuen Bundesländern deutlicher gegen eine Zuwanderung aussprachen (49 Prozent) als Jugendliche aus den alten Bundesländern (35 Prozent). Für das Berufsleben bedeutet das: Wen die Sorge umtreibt, dass Jugendliche verschiedener Länder für Zündstoff im Betrieb sorgen, der muss nicht den Zuwanderungs-Riegel vorschieben, sondern Fremdenfeindlichkeit im Keim ersticken. Tipps zur Integration von Azubis mit Migrationshintergrund gibt es hier.
  • Stabiles Wertsystem rüstet die Jugendlichen für die Zukunft. Familie, Freundschaft und Partnerschaft sind für 89 Prozent der befragten Jugendlichen wichtig. Hier spielt Vertrauen und das Gefühl, verstanden zu werden, die größte Rolle. Doch auch Werte wie Respekt und Ordnung werden erneut als wichtig eingestuft. Hinzugekommen ist Bereitschaft, sich im Sinne des Umweltschutzes zu agieren. Geld, Macht oder der Lebensstandard verlieren an Bedeutung. Für das Berufsleben bedeutet das: Wer Jugendliche heute von sich als attraktiven Arbeitgeber überzeugen möchte, der muss das Vertrauen der Jugend gewinnen.
  • Vieles spielt sich online ab. 99 Prozent der Jugendlichen haben laut Shell Jugendstudie Zugang zum Internet. 18,4 Stunden verbringen die Jugendlichen wöchentlich online. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 waren es weniger als zehn Stunden. Positiv zu bewerten ist die kritische Haltung gegenüber der Datennutzung im Internet und auch gegenüber Platzhirschen wie Facebook und Co. Für das Berufsleben bedeutet das: Wer jugendliche Nachwuchskräfte erreichen und rekrutieren möchte, muss im Internet Kontakt aufnehmen. Die wichtigsten Online-Kanäle haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Bildquelle: contrastwerkstatt/fotolia.com

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