Sicherlich sind Ihnen die Diskussionen um die Frauenquote bekannt. Auch die Wissenschaft interessiert sich für die Erwerbstätigkeit der Frau und hat (nicht nur eine) Kompetenzstudie zur Frauenquote initiiert. Die Ausgangssituation ist dabei folgende: Gesetzliche Vorgaben sind das eine. Die gelebte Praxis ist jedoch häufig eine andere. So fühlt es sich zumindest für viele Frauen an, die viel Wert legen auf eine gute Ausbildung – aber dennoch keine reelle Chance auf eine Karriere haben wie etwa ihre männlichen Mitstreiter. Fakt ist: Frauen arbeiten häufiger in Berufen mit niedrigerem Gehalt und sie sind in Führungspositionen unterrepräsentiert. Die Hoffnung der Politik: Gleichstellungsgesetze und Frauenquoten. Von welchen Faktoren die Einstellung zur Frauenquote abhängt, hat die hier vorgestellte Kompetenzstudie zur Frauenquote thematisiert.

Der theoretische Ausgangspunkt

Der theoretische Ausgangspunkt war die Suche nach den Faktoren, die für eine positive Einstellung gegenüber der Frauenquote sorgen. Grundsätzlich wurde davon ausgegangen, dass Gleichstellungsmaßnahmen nur dann effizient umzusetzen waren, wenn die Leistung der Person hoch und die Akzeptanz beider Geschlechter groß war. Überraschend ist nicht etwa die Tendenz, dass 34 Prozent der Frauen und nur 14 Prozent der Männer für eine Frauenquote sind, sondern viel mehr die Tatsache, warum nicht mehr Frauen dafür sind. Um diese Theorien näher zu beleuchten, sollte die Kompetenzstudie zur Frauenquote diese Hypothesen bestätigen oder widerlegen:

  1. Kompetenzstudie zur Frauenquote – Hypothese 1: Das eigene Geschlecht hat den höchsten Einfluss auf die Stimme für oder gegen die Frauenquote. Welche Einflussfaktoren bestimmen die Pro- oder Contra-Stimme zur Frauenquote darüber hinaus?
  2. Während die Schulzeit noch vergleichsweise frei ist von geschlechtsspezifischen Ungerechtigkeiten, zeigt sich diese spätestens beim Einstieg in die Berufswelt. Kompetenzstudie zur Frauenquote – Hypothese 2: Wer ungleiche Rahmenbedingungen erfährt, spricht sich tendenziell häufiger für eine Frauenquote aus.
  3. Die Gruppe der politisch konservativ Denkenden setzt auf traditionelle Werte und hält das individuelle Leistungsprinzip für gewichtiger als die soziale Gerechtigkeit. Kompetenzstudie zur Frauenquote – Hypothese 3: Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass Konservative eher gegen die Frauenquote stimmen, denn die Frau gehört (überspitzt) traditionell ausgedrückt an den Herd. Zudem soll frau aus eigenen Stücken ihren Weg gehen – und nicht, um eine Quote zu erfüllen. Eine stärkere Männermeinung ist zu erwarten.
  4. Kompetenzstudie zur Frauenquote – Hypothese 4: Wer das Gefühl hat, dass ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen herrscht, sollte sich für eine Frauenquote aussprechen. Vor allem Betroffene werden voraussichtlich dafür stimmen.
  5. Im Raum steht auch die Frage, wie Erfolg erreicht wird. Wer an Glück, Schicksal oder Fügung glaubt, für den hat die Frauenquote keinerlei Bedeutung. Kompetenzstudie zur Frauenquote – Hypothese 5: Auch wer manifestiert, dass fachliche Kompetenzen und persönliche Kompetenzen Erfolg begünstigen, der wird mit der „verordneten“ Frauenquote tendenziell weniger anfangen können.

Die Kompetenzstudie zur Frauenquote aus wissenschaftlicher Sicht

Wer sich um die Auswertung von Studien generell und um die Kompetenzstudie zur Frauenquote kümmert, der wirft auch regelmäßig einen Blick auf die Rahmenbedingungen sowie die Details der Erhebung.

  • Erhebungszeitraum: Juni/Juli 2012
  • Stichprobe: 412 Personen; Mitarbeiter (26 Prozent, durchschnittlich 41 Jahre, 59 Prozent weiblich, 39 Prozent männlich, 82 Prozent mit abgeschlossenem Studium) und Studierende (73 Prozent, durchschnittlich 24 Jahre, 55 Prozent weiblich, 45 Prozent männlich) der Hochschule Heilbronn. Politische Orientierung der Befragten: 19 Prozent konservativ, 31 Prozent Mitte, 37 Prozent progressiv.
  • Befragung: online via E-Mail-Verteiler
  • Analyseverfahren: binäre logistische Regressionsanalyse
  • Grundaussage: 24 Prozent aller Befragten glauben an Chancengleichheit, 56 Prozent erklären, es gibt keine Chancengleichheit. Erfolg hängt von Fleiß, Anstrengung, Begabung und glücklichen Umständen ab.

So stehen die Befragten der Kompetenzstudie zur Frauenquote

Mit Blick auf die vorliegenden Erhebungsdaten der Kompetenzstudie zur Frauenquote, zeigt sich dieses Bild: Hauptsächlich Frauen (34 Prozent zu 14 Prozent an Männern) sind für die Frauenquote. Auch stimmten vornehmlich die für die Frauenquote (35 Prozent), die von einer Chancenungleichheit ausgingen. Mitarbeiter der Universität Heilbronn sprachen sich eher für die Frauenquote aus (31 Prozent) als Studierende (23 Prozent).

Aus dem politisch progressiven Lager kamen die meisten Pro-Stimmen (30 Prozent). Konservative (18 Prozent) und Mitte (22 Prozent) hinken hier deutlich hinterher. Wer für die Frauenquote stimmt, hält Fleiß und Anstrengung für besonders wichtig. Glück rangiert auf Platz 2. Bei Begabung und Fähigkeiten war sich die Befragten gänzlich uneins. 28 Prozent erachten diese Erfolgskomponenten als „nicht wichtig“, 26 Prozent stimmten für „wichtig“. Wer für die Frauenquote ist, ist in der Regel berufserfahren, selbst betroffen, progressiv und nimmt die Chancenungleichheit auch deutlich wahr.

Fazit: Chancenungleichheiten müssen einem fairen Eignungsverfahren weichen

Das Ergebnis der Kompetenzstudie zur Frauenquote zeigt: Wer Chancenungleichheit erfährt, möchte tunlichst dagegen ankämpfen. Wer als Personalverantwortlicher sicher gehen will, sich nicht vom Geschlecht „blenden“ zu lassen, kann auf ein standardisiertes Online-Eignungstestverfahren setzen. Mit einem simplen Multiple-Choice-Verfahren werden Kompetenzen ausgelotet – und Sie erhalten eine Kompetenzanalyse Ihres Bewerbers direkt mitgeliefert.

Weitere Tipps, um Bewerbungsunterlagen objektiv zu prüfen und das Bewerbungsverfahren fair und gerecht zu halten, bieten diese drei Fachbeiträge:

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