Eines ist Ihnen sicherlich klar: Bei Nachbesetzungen von Stellen und, um Fachkräfte im eigenen Unternehmen auszubilden, stellen Sie jüngere Menschen ein, die ganz anderen Einflüssen unterliegen als die „alte Belegschaft“. Bereits in diesem Fachartikel haben wir uns ausführlich mit der Generation Z beschäftigt, die wohl am ehesten am Smartphone in Händen erkannt würde, als Digital Native in der Literatur bezeichnet wird und nach 1998 geboren wurde. Nicht weniger spannend sind die Millennials oder die Generation Y, die zwischen 1977 und 1998 geboren wurde. Basis unserer Ausführungen ist die Auftragsstudie, die das „Selbstverständnis der Manager von morgen“ aufzeigen soll.

Studie zur Generation Y: die Charakteristika der neuen Generation

Die Generation Y befindet sich auf dem Sprungbrett. Und eben dieses Sprungbrett kann sie direkt in anspruchsvolle Schlüsselpositionen katapultieren, an denen sie Stellschrauben in Unternehmen nachhaltig beeinflussen können. Die Herausforderung für Unternehmen besteht an dieser Stelle darin, die Generation Y zu begreifen, um deren Wünsche mit den unternehmerischen Zielen in Einklang zu bringen.

Diese Faktoren zeichnen die Generation Y aus:

  1. Die Generation Y ist überschaubar. Sie sind die Nachfolger der Generation X und der Babyboomer und sind aufgrund sinkender Geburtenraten deutlich überschaubarer in ihrer Anzahl. Diese Ausgangssituation ist von zwei Seiten zu betrachten, denn: Während die gut ausgebildete Generation Y die Qual der Wahl am Arbeitsmarkt hat, wird eben dieses Phänomen von Unternehmen als Fachkräftemangel beschrieben.
  2. Die Generation Y ist fordernd. Auf ihrem Wunschzettel stehen nicht nur gute Jobs, sondern auch ein hoher materieller Standard. Auch an Unternehmen richten sie klar formulierte Wünsche: Eine Firma muss die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen und auch selbst familienfreundliche Strukturen leben. Ob das der Wirklichkeit entspricht oder nicht, ist dabei zweitranging, denn: Der bloße Wunsch wird in Unternehmen bereits Veränderungen zu Tage fördern.
  3. Die Generation Y pocht auf ihr Recht auf Individualismus. Gesetzliche Zwänge einerseits, vor allem aber auch gesellschaftliche Zwänge scheinen ausgehebelt. Darüber sind sich mitunter auch namhafte Studien wie die Shell-Studie einig, die alle besagen: Parteizugehörigkeiten sowie Zusammenschlüsse in Religionsgemeinschaften sind rar. Ergo: Blinder Gehorsam wird von der Generation Y nicht entgegengebracht.
  4. Die Generation Y formt sich ihre Welt. Anstatt sich in organisierte Gemeinschaften zu begeben, setzt die Generation Y auf Netzwerke und Communities. Nachdem die Babyboomer und die Generation X darauf bedacht waren, alte Zöpfe abzuschneiden, geht es der Generation Y stärker um die Neuformierung. Auch im Unternehmen besticht die Generation Y mit Kreativität – und zwar in der Gestaltung von Neuartigem. Hier gilt: Wer sich im Netzwerk einbringt, der erringt so einen bestimmten Status.
  5. Die Generation Y ist offen. Die Offenheit der Generation Y durchzieht alle Lebensbereiche: Veganismus ist zu einem Vertriebszweig der Gastronomie geworden. Die freie Partner- und Religionswahl werden selbstverständlich und der Wunsch nach einer Legalisierung von Drogen steht immer häufiger im Raum.
  6. Die Generation Y steckt voller Technik. Egal ob in Beruf oder Alltag – Technik steckt in jedem Detail und wird auch ähnlich gut beherrscht wie die eigene Muttersprache.

Studie zur Generation Y: die Einstellung der neuen Generation

Unternehmen stehen vor dieser sportlichen Herausforderung: Einerseits gilt es neues Personal zu rekrutieren (und das kostet heutzutage mächtig viel Engagement), andererseits gilt es Personal auch zu halten (und das ist nicht weniger zeit- und arbeitsintensiv). Das wiederum bedeutet, dass die Ansprüche der Generation Y ins Unternehmen integriert werden müssen. Eigenständigkeit, Autonomie und der Wunsch nach Selbstverwirklichung zeichnen die Generation Y aus – wie auch diese Zahlen zeigen.

  1. Für 89 Prozent der Befragten sind Unabhängigkeit und ein selbstbestimmtes Leben besonders wichtig.
  2. Für 87 Prozent der Befragten sind der Spaß am Leben und der pure Lebensgenuss wichtig.
  3. Für 72 Prozent der Frauen und 69 Prozent der Männer steht Kreativität vor der Karriereleiter. An die Stelle von Status und Prestige rückt gesellschaftliche Anerkennung.
  4. Für 64 Prozent ist es wichtig, etwas am Weltgefüge zu rütteln und dieses positiv zu beeinflussen. Auf der anderen Seite stehen 58 Prozent, die sich etwas leisten möchten. Einig sind sich 87 Prozent, die nach einem erfüllenden, sinnvollen Job suchen.

Im Unternehmen wird damit ein Umdenken gefordert, denn wer der Generation Y nicht individuell begegnet, wird auch die individuell ausgeprägten Kompetenzen nicht für den Betrieb nutzen können.

Studie zur Generation Y: die Motivation der neuen Generation

Die Grundeinstellung dieser Generation lässt sich auf einen einfachen, gemeinsamen Nenner bringen, der da heißt „erfolgreich ist, wer glücklich ist“. Woher dieser Sinneswandel kommt, kann mehrere Gründe habe. Denkbar ist, dass nach der Zeit des Luxus die Besinnung auf die Werte erfolgt – persönliche Sinnstiftung und auch die Weiterentwicklung auf kreativer Basis rücken immer deutlicher in den Vordergrund.

Das Verständnis von „Karriere machen“ hat sich dabei grundlegend geändert. Sich ein Leben lang einem Arbeitgeber zu verpflichten und das Glück darin zu finden, die Karriereleiter zu erklimmen, steht längst nicht mehr im Fokus. Auszusteigen – entweder vorübergehend in Form eines „Sabbaticals“ oder langfristig durch einen Sprung in das Abenteuer „StartUp“ – ist ganz typisch für die Generation Y, die sie irgendwann zu Generation der Freelancer und Gründer machen könnte. Die bewusste Unterbrechung der Berufstätigkeit halten 45 Prozent der Befragten für realistisch. 52 Prozent sehen sich in einer Weiterbildungsmaßnahme. 25 Prozent der 20- bis 30-Jährigen ziehen die Gründung eines StartUps in Betracht.

Für Unternehmen darf dies nicht bedeuten, dass sie kein Vertrauen in ihre Mitarbeiter setzen dürfen, weil diese etwa ohnehin bald wieder den Betrieb verlassen. Für die Personalbindung bedeutet das: Durchlässigkeit, Weiterbildungsoptionen und ein dynamischer Prozess können Faktoren sein, die die Generation Y im Betrieb halten.

  1. Die Generation Y zwischen Arbeits- und Lebenszeit. Hier gibt es eine klare Tendenz. Die Intention, eine Work-Life-Balance zu ermöglichen, ist zwar rühmlich, aber fast schon zu spät. Für Unternehmen gilt: Wer auf ansprechende Angebote baut, die Einkommenssicherheit und Selbstverwirklichung ermöglichen, bietet der Generation Y ein attraktives Jobmodell. Handelt es sich um eine erfüllende Tätigkeit, können Arbeits- und Lebenszeit harmonisch co-existieren.
  2. Die Generation Y hat mehrere Optionen. Die Optionen, die sich der Generation Y bieten, sind nur die eine Seite der Medaille. Die Komplexität, die kontinuierlich steigt, führt indes auch zu Stress. Kein Wunder, dass der Faktor „Zeit“ zum wertvollsten Gut wird. Trotzdem präsentiert sich die Generation Y lernbereit und äußerst fortbildungswillig – selbst wenn sie dieses Investment selbst tragen müssen. Auch die Option, international Berufserfahrung zu sammeln, steht bei 41 Prozent der 30-Jährigen und bei 50 Prozent der 20-Jährigen hoch im Kurs.
  3. Die Generation Y überwindet traditionelle Rollenmuster. Das Gedankengut von Männern und Frauen scheint sich anzunähern und in der Generation Y fast zu einem Ausgleich zu kommen. Einige kleine Unterschiede sind jedoch geblieben: Frauen sind etwas ehrgeiziger als Männer (55:48 Prozent), wenn es um ihre Weiterbildung geht. Experten vermuten, dass der Wunsch nach Unabhängigkeit hierzu maßgeblich beiträgt. Für 73 Prozent der Frauen ist ein Teilzeit-Arbeitsmodell nach wie vor denkbar (allerdings auch für 43 Prozent der Männer). 40 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen gaben an, einmal ein Unternehmen leiten zu können. 43 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen spielen mit dem Gedanken, selbst ein Unternehmen zu gründen. Ob sich genau diese bei Ihnen bewerben, können Sie mit einem Online-Einstellungstest einfach überprüfen. Hier können Sie sehen, ob die Menschen auch beispielsweise mit der Fähigkeit belegt sind, zu delegieren.
  4. Die Generation Y lebt mit dem Risiko „Burnout“. 33 Prozent der Frauen und der Männer gehen davon aus, einmal ein Burnout zu erleiden. Gefeit ist davor sicher niemand, allerdings kann die Belastbarkeit ein Indiz dafür sein, wie gut ein Mitarbeiter mit dem erhöhten Stresslevel umgeht.

Fazit: Die Generation Y fordert auch Unternehmen dazu auf, an freieren Gedanken zu partizipieren bzw. diese zu akzeptieren. Brüche und Unterbrechungen in der Biografie werden zur Normalität. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird zur grundlegendsten Forderung. Die Angst vor real nahenden Gefahren (Burnout) nimmt zu.

Studie zur Generation Y: die Karrierewünsche der neuen Generation

Das Karrierebestreben ist auch bei der Generation Y ungebrochen. Allerdings haben sich andere Komponenten mit eingebracht und diese machen ein Jonglieren zwischen Sinn und Sicherheit immer nötiger. Wichtige Faktoren auf dem Weg zur „neuen“ Karriereform sind diese:

  • Das Einzelkämpfertum schwindet und macht Platz für Beziehungen neuer Art. Als Netzwerk wird das bezeichnet, was früher starre Teamstrukturen waren. Allein die Beschreibung impliziert bereits: Hier kann man ein- und aussteigen. Für Arbeitgeber bedeutet das: Wenn Vertrauen im Betrieb gelebt wird, ist das die Chance, um Strukturen zu schaffen, bei denen Erfolg im losen Geflecht eines Projektnetzwerkes gelebt werden kann.
  • Das, was im Job wirklich zählt, hat sich grundlegend geändert: Immaterielle Wertemuster, eine funktionierende Teamarbeit und eine gute Arbeitsatmosphäre sind die Faktoren, die wirklich zählen. Klassische Arbeitsrollen verlieren zunehmend an Bedeutung. Wichtig sind der Generation Y die Option zur Weiterbildung (75 Prozent), flache Hierarchien (72 Prozent), Kreativität (66 Prozent), Gehalt (55 Prozent) sowie Firmenwagen, Firmenhandy etc. (34 Prozent). Das Ranking zeigt dabei ganz klar, welchen Stellenwert welcher Faktor einnimmt.
  • Kommunikation ist wichtig. Eine gute Kommunikationsfähigkeit ist die Grundkompetenz der Generation Y. Allerdings hat sich Kommunikation grundlegend geändert: Flexible Arbeitsmodelle haben andere Kommunikationswege nötig gemacht. Im Großraumbüro herrscht nur deswegen betriebssame Stille, weil untereinander via Messenger kommuniziert wird. Angst vor einem Netzwerk-Desaster müssen nur diejenigen haben, die keine Rolle in der Peergroup einnehmen konnten.
  • Umbruch und Freiheit bedeutet auch Unsicherheit. Die Suche nach Stabilität ist damit eng verwoben und ebenso ein Charakteristikum der Generation Y. 82 Prozent wünschen sich eine gute Planung und erfüllbare Ziele. Das ist der Punkt, den mittelständische Unternehmen deutlich machen müssen, um Fachkräfte rekrutieren zu können. 81 Prozent wünschen sich einen sicheren Arbeitsplatz. Ein No-Go sind Umstrukturierungen sowie fehlende CIs, Führungskulturen und Empathie für die Mitarbeiter. Der öffentliche Dienst ist in der Folge ein beliebter Arbeitgeber (17 Prozent), StartUps werden eher „gefürchtet“ (4 Prozent). Auf der anderen Seite werden die Wünsche nach Einfachheit und Vereinbarkeit immer stärker. An dieser Stelle setzt die Generation Z an, um den Wunsch nach mehr Technik kundzutun. Die Generation Y hingegen muss diese nicht auf Biegen und Brechen haben.

Studie zur Generation Y: das Leistungsverständnis der neuen Generation

Die Sorge darum, dass die Generation Y etwa nicht arbeiten wolle, ist absolut unbegründet. Unternehmen müssen sich darüber allerdings nicht sorgen. Richtig ist, dass der blinde Gehorsam gekoppelt an die selbstlose Ableistung von Überstunden nicht mehr gegeben ist. Was jedoch sichtbar wird, ist ein anderes Leistungsverständnis.

  • 77 Prozent würden alles geben, wenn der Job Spaß macht.
  • 66 Prozent haben nichts gegen ein hohes Arbeitspensum, wenn die Anerkennung folgt.
  • 61 Prozent empfinden „positiven Stress“ sogar als Motivator.

Der Selbstzweck einer Karriere hat Platz gemacht und lässt nun die Ansätze auf den vordersten Rängen Platz nehmen, die die Generation Y kreativ, gestalterisch und kreativ beschreiben. Allerdings schwindet das Selbstverständnis, dass der Beruf das Leben ist. Nur noch 31 Prozent der Befragten zwischen 20 und 35 Jahren teilen diese Meinung. Für Unternehmen bedeutet das: Entweder es wird nach dem Drittel gesucht, das die alten Werte vertritt, oder es wird ein Umdenken im Betrieb angestoßen, das sich für die Generation Y rüstet und sich auch darüber freut, dass der Umschwung nun eingeläutet wird.

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