Sind Sie auch der Meinung, Kritik äußern nur Menschen, die boshaft, neidisch und berechnend sind, um anderen zu schaden? Dann erliegen Sie einem großen Irrtum. Tatsächlich ist es so, dass das Annehmen von Kritik vielen schwerfällt. Das liegt teilweise daran, dass Kritik sehr leicht als ungerechtfertigt empfunden wird, was dann zu Konflikten führt. Das gilt sowohl im beruflichen wie auch im privaten Umfeld. Kritik sollten Sie als Beurteilung einer Fähigkeit oder Handlung ansehen, die anhand von Maßstäben einer anderen Person erfolgt. Wer kritikfähig ist, kann aus einer sachlich geäußerten und gerechtfertigten Kritik sehr viel lernen.

Kritikfähigkeit

Kritikfähigkeit

Zur Definition. Das bedeutet Kritikfähigkeit in der Praxis.

Kritikfähigkeit im Unternehmensalltag bedeutet zum einen die Fähigkeit, Kritik sachlich zu äußern, wenn sie gerechtfertigt ist. Dabei ist es sehr wichtig den Selbstwert des anderen nicht zu verletzen. Derjenige, der die Kritik empfängt, darf diese auf keinen Fall persönlich nehmen. Es geht darum, ein Verhalten, eine Vorgehensweise oder ein Arbeitsergebnis zu betrachten, das nicht ganz den Erwartungen des anderen entspricht. Wenn ein Vorgesetzter Kritik äußert, sollte der Mitarbeiter diese Kritik anhören und überlegen, was er für das nächste Mal besser machen kann, anstelle sich beleidigt in sein Schneckenhaus zurückzuziehen. So ziehen alle einen Nutzen aus der Kritik. Kritikfähige Mitarbeiter sorgen für eine Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten und der Fähigkeiten der Kollegen.

Menschen mit Kritikfähigkeit …

  • können respektvoll ihren Standpunkt klarmachen.
  • können sachlich, klar und präzise formulieren.
  • sind in der Lage, ausgewogene und praktische Anregungen zu geben.
  • suchen nach Lösungen und Alternativen.
  • sehen Kritik als Chance, sich zu verbessern.
  • rechtfertigen sich nicht.
  • hören zu und fragen nach.

Deswegen ist Kritikfähigkeit für Ihr Unternehmen wichtig

Mitarbeiter mit Kritikfähigkeit arbeiten lösungsorientiert, überdenken ihr eigenes Verhalten und verändern es gegebenenfalls. Mit konstruktiven Diskussionen können so Lösungen erarbeitet und Fortschritte erzielt werden, die Ihr Unternehmen weiterbringen. Wer Kritik richtig anwenden kann, kann in einem Unternehmen Fortschritt bewirken und die Arbeitsergebnisse langfristig verbessern. Das ist für Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen ein erstrebenswertes Ziel. Dadurch hebt sich die allgemeine Stimmung im Unternehmen, die Arbeitsatmosphäre verbessert sich. Außerdem fördert Kritikfähigkeit den Teamgeist.

Nachweis der Kritikfähigkeit

Schon im Bewerbergespräch können Sie mit einer simplen Frage kritikfähige Mitarbeiter erkennen: Wie gehen Sie in Ihrem Job mit Situationen um, wenn Ihre Arbeit oder eine Ihrer Ideen kritisiert wird? Bewerber, die wenig kritikfähig sind, werden den Fehler nicht bei sich sehen und die Kritik als ungerechtfertigt darstellen. Sie sind nicht in der Lage, das eigene Verhalten zu hinterfragen. Das kann langfristig zu Streitigkeiten und Problemen führen.

Mögliche Fragen könnten zum Beispiel so aussehen:

Schätzen Sie sich mit Blick auf die folgenden Statements selbst ein.

  • 1 steht dabei für „trifft zu“.
  • 2 steht für „trifft eher zu“.
  • 3 steht für „teils-teils“.
  • 4 steht für „trifft eher nicht zu“.
  • 5 steht für „trifft nicht zu“.

 

Das Statement

Das bedeutet die Antwort

 
Kritik nehme ich nie persönlich und fühle mich auch nicht als ganzer Mensch angegriffen.Kritikfähige Mitarbeiter können zwischen ihrer Persönlichkeit und ihrem Verhalten differenzieren.
 
Wenn ich kritisiert wurde, trage ich das oft tagelang mit mir herum.Wer Kritik allzu persönlich nimmt und sein Verhalten zu sehr hinterfragt, wird sich nicht weiterentwickeln.
 
Wenn ich einen Fehler mache, versuche ich mich mit Ausreden zu retten.Mit Vertuschungstaktiken und Ausreden versuchen Mitarbeiter von ihren Fehlern abzulenken, um der Kritik zu entgehen.
 
Mir ist bewusst, dass Kritik nur die Meinung meines Vorgesetzten oder Kollegen darstellt.Kritik kann aus unterschiedlichen Beweggründen geäußert werden. Mitarbeiter, die über genügend Selbstwertgefühl verfügen, werden die Kritik zunächst annehmen, um zu sehen, ob sie auch gerechtfertigt ist.
 
Keiner darf merken, dass ich Fehler mache.Noboby is perfect. Das funktioniert einfach nicht im Unternehmensalltag. Der Mitarbeiter ist mehr damit beschäftigt, seine Fehler zu vertuschen, als seine Arbeit zu erledigen.
 
Da ich meine Stärken und Schwächen sehr gut kenne, kann ich Kritik gut einsortieren.Kritik wird nicht immer wohlwollend geäußert. Wer sich selbst gut kennt, kann sehr leicht die Beweggründe hinter der Kritik erkennen.
 
Wer mich kritisiert, muss damit rechnen, dass ich zurückschlage.Wer zum Gegenschlag ausholt, anstatt sich die Kritik in Ruhe anzuhören und darüber nachzudenken, ist wenig kritikfähig.
 
Ich rechtfertige mich, wenn mich jemand kritisiert.Rechtfertigungen führen nicht zu einer Verbesserung. Besser wäre es, darüber zu reden, was nicht gut war, um es beim nächsten Mal besser zu machen.
 
Mir ist bewusst, dass nicht alle wohlwollend kritisieren, manche tun es auch aus Neid, Eifersucht, Boshaftigkeit oder Berechnung.Boshaft geäußerte Kritik kann mitunter sehr weh tun. Diese sollte niemand persönlich nehmen, sondern immer darauf achten, wer die Kritik geäußert hat und aus welchem Grund.
 
Wird meine Arbeit kritisiert, fühle ich mich als Versager.Wer seine Arbeit und seine Persönlichkeit nicht voneinander trennen kann, verliert die Möglichkeit, sich durch gerechtfertigte Kritik weiterzuentwickeln.

 

Das Gegenteil von Kritikfähigkeit

Kritikunfähige Mitarbeiter nehmen Kritik sehr persönlich und ziehen sich dann schmollend zurück. Das führt zu Frustration im Berufsalltag, nicht nur bei diesem Mitarbeiter, sondern auch bei den Kollegen. Andere Worte für kritikunfähig sind: uneinsichtig, ignorant und gegen alles, was der Chef sagt.

Diese Aspekte sind beim Blick auf die Kritikfähigkeit zu berücksichtigen

Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter regelmäßig kritisieren, sollten auch im gleichen Maß Lob aussprechen. Wer immer nur kritisiert, wird sehr schnell als Meckerer abgestempelt. Das kann langfristig dazu führen, dass die geäußerte Kritik nicht mehr ernst genommen wird. Außerdem kann das Lob die Motivation steigern und ebenfalls zu besseren Leistungen führen. Wer mit anderen zusammenarbeitet, weiß, dass Kritik unvermeidlich ist. Der richtige Umgang mit Kritik ist dabei wichtig.

Kann man Kritikfähigkeit erwerben?

Wer ernsthaft daran interessiert ist, seine Kritikfähigkeit zu verbessern, kann dies lernen. Zum einen hilft besonneneres Verhalten, wenn jemand Kritik äußert, also erst einmal darüber nachdenken, ob die Kritik gerechtfertigt ist, bevor es zu einer Diskussion kommt. Außerdem gibt es Seminare, in denen Kritikfähigkeit erlernt werden kann, dabei hilft beispielsweise das Erlernen von Gesprächstechniken.

Die Auswirkung mangelhafter Kritikfähigkeit für Ihr Unternehmen

Aus falsch verstandener oder unsachlich geäußerter Kritik kann sehr leicht ein großer Streit entbrennen. Das führt zum einen dazu, dass sich die Kontrahenten auf ihre Befindlichkeitsstörungen konzentrieren und nicht auf ihre Arbeit. Andererseits wird dadurch jede Weiterentwicklung im Keim erstickt, Lösungen für das eigentliche Problem können so nicht erarbeitet werden. Victor Hugo sieht es so: „Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen.“ Sie auch? Dann helfen wir Ihnen gerne dabei, kritikfähige Mitarbeiter zu finden.

Einstellungstest im Auswahlverfahren: Kritikfähigkeit

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