Wussten Sie eigentlich, dass es zur Aussagekraft von Schulnoten fast unzählig viele Studien zu finden gibt? In vielen Ländern, dazu zählt auch Deutschland, spielt der Leistungsnachweis in Form von Noten eine bedeutende Rolle. Der Leistungsdruck geht bereits für Grundschulkinder im Alter von nur zehn Jahren los: Ein Notendurschnitt zwischen 2,33 und 2,66 oder gar schlechter entscheidet, ob das Kind als weiterführende Schule ein Gymnasium, eine Realschule oder eine Gesamt- bzw. Mittelschule besuchen darf oder muss. Schon während der Grundschulzeit beginnt also das Notensammeln in verschiedenen Tests. Während der Mittelstufe auf einem Gymnasium tragen Schüler etwa 70 Notennachweise zusammen – das macht im Schnitt fast jeden dritten Tag eine Note. Anhand des Abiturnotendurschnitts ergibt sich die mögliche Zulassung oder Absage für einen Studienplatz. In einer praktischen Ausbildung läuft es nicht anders: Auch hier gibt es Prüfungen in der Berufsschule, Ausbildungszwischenprüfungen und Abschlussprüfungen. Die Schul- und Ausbildungszeit ist demnach eine buchstäbliche Notenjagd. Doch was bedeuten gute oder schlechte Noten tatsächlich?

Schnell steht eine schlechte Note auf dem Zeugnis

Ergibt sich zum Beispiel eine 5 in einer Mathematikarbeit, bedeutet diese Note, dass das betreffende Kind oder der Jugendliche

  • in dieser Arbeit,
  • in dieser Klasse,
  • bei diesem Lehrer,
  • an dieser Schule,
  • bei diesem Thema oder Kapitel,
  • in diesem Schuljahr

eine mangelhafte Leistung erbracht hat. Soviel zum Thema „Aussagekraft von Schulnoten“, denn ein-eindeutig lässt sich aus dieser Vielzahl an Gründen rein gar nichts ableiten. Bedingen die gegebenen Umstände, dass mehrere Arbeiten oder Tests mit einer schlechten Note bewertet werden, steht ohne Widerrede auf einem Halbjahres- oder Abschlusszeugnis in einem Fach eine schlechte Gesamtnote. Daraus zu folgern, dass das Kind das Fach nicht beherrscht, wäre ein vorschneller und eventuell völlig falscher Rückschluss mit Blick auf die Aussagekraft von Schulnoten. Eine Schulnote jenseits von ausreichend muss noch lange nichts Verlässliches über das Können des Kindes in dem jeweiligen Bereich aussagen.

Mit mittelmäßigen Schulnoten können Auszubildende trotzdem erfolgreiche Unternehmer werden

Etliche Personen, die die Schule abgebrochen haben, keinen Studienabschluss besitzen oder nur mäßige Schulnoten vorzeigen können, sind trotz alledem zu erfolgreichen Unternehmern geworden. Populäre Beispiele sind unter anderen:

  • Mark Zuckerberg,
  • Bill Gates,
  • Steve Jobs,
  • Albert Einstein oder
  • Elton John.

Der persönliche sowie unternehmerische Erfolg steht also nicht zwingend mit außerordentlich guten Schulnoten in Verbindung. Mittelmäßige schulische Leistungen können dennoch qualifizierte, motivierte und bemerkenswerte Unternehmerpersönlichkeiten hervorbringen.

Oft sind schwächere Schüler die kreativeren Charaktere

Ein hervorragender akademischer Abschluss ist nicht unumstößlich ein Garant für eine großartige berufliche Karriere. Der traditionelle Fokus liegt bei Noten in der Regel auf Genauigkeit, Disziplin, Gewöhnlichkeit und Standards. In der Praxis erledigen in unserer modernen Gesellschaft allerdings immer häufiger Computer die Dinge, die Disziplin, Ausdauer und Präzision erfordern. Aus diesem Grund rückt die Kreativität stärker in den Blickwinkel. Innovative Ideen und deren kreative Umsetzung haben Studienabbrecher wie Bill Gates und Mark Zuckerberg zu ihrem einmaligen Erfolg verholfen.

Auszubildende mit durchschnittlich schwachen Noten haben ein dickes Fell

Die berühmt-berüchtigten Streber und Einser-Schüler heimsen ein Lob nach dem anderen ein. Die ständigen Schulterklopfer tragen jedoch nicht unbedingt dazu bei, dass solche Schüler eine starke Persönlichkeit entfalten. Kinder und Jugendliche, die als Noten 3er, 4er oder 5er mit nach Hause bringen oder von ihrem Lehrer nicht besonders gefördert werden, lernen ganz automatisch, mit Kritik umzugehen. Das kann im späteren Berufsleben von extremer Wichtigkeit sein. Wer seine eigene Leistungsfähigkeit relativ neutral einschätzen kann, neigt weniger dazu hochzustapeln oder sich zu überschätzen. Auszubildende, die mit dieser Gelassenheit in ihre Lehrzeit gehen, können oft gut aus konstruktiver Kritik lernen. Die sprichwörtliche „dicke Haut“ trägt dazu bei, dass jemand schneller und einfacher zufrieden zu stellen ist und sich motiviert und engagiert zeigt.

Vorteil schlechterer Schüler: Die Fähigkeit zu delegieren

Menschen, die eigene Schwächen besitzen, lernen schon in der Schulzeit, dass es vorteilhaft und gewinnbringend sein kann, Aufgaben weiter zu geben. Natürlich soll ein Auszubildender seine Verantwortung nicht einfach Kollegen übertragen. Hilfreich ist jedoch, wenn Betroffene erkennen, dass andere in manchen Dingen besser sind. So überlassen sie neidlos bestimmte Sachverhalte denjenigen, die sich damit gut auskennen. Wer Arbeiten delegieren kann, hat eine gute Voraussetzung, führende Positionen zu bekleiden. Anweisungen geben sowie Vertrauen in Kollegen und Mitarbeiter setzen, ist für wirtschaftlichen Erfolg und Unternehmertum von hoher Priorität. Es ist ein typisches Merkmal für Schüler mit schlechten Noten, die es bis in die Chefetage geschafft haben.

Sie fragen sich nun, wie Sie eben diese Fähigkeit ablesen können? Blinzeln Sie auf die Schulnoten und bedenken Sie die soeben erläuterte Aussagekraft. Setzen Sie diese Erkenntnis in Relation zu den Ergebnissen eines standardisierten Einstellungstests und Sie können vergleichweise genau herausfinden, wie es um diese und andere aktivitäts- und umsetzungsorientierte Kompetenzen bestellt ist. Wir beraten Sie gerne mit Blick auf den Einsatz eines Eignungstests oder führen das Online-Verfahren direkt in Ihrem Auftrag aus.

Zur Aussagekraft von Schulnoten oder was Noten wirklich beinhalten

Noten geben eine Orientierung über den aktuellen Leistungsstand von Schülern, anhand dem sie mit anderen Klassenkameraden vergleichbar sind. Zum Teil haben Noten eine motivierende Eigenschaft. Schüler strengen sich an und erarbeiten ihre Hausaufgaben, um genauso gut wie oder besser als der Tischnachbar abzuschneiden. Dennoch ist es wichtig, Noten mit Abstand zu interpretieren. Sie variieren

  • von Schule zu Schule,
  • von Lehrer zu Lehrer,
  • von Bundesland zu Bundesland und
  • von Jahr zu Jahr.

Über die individuelle Lernbereitschaft, Lernweise und Lernfähigkeit eines jungen Menschen sagen Schulnoten nichts aus. Daher ist der direkte Vergleich von Noten mehrerer Bewerber nicht unbedingt gerecht. Nach wie vor können Schüler gute Noten bekommen, wenn sie ausgezeichnet auswendig lernen können. Viele Schulen fördern kritisches Hinterfragen und selbstständiges Arbeiten zu wenig. Um trotz mangelhaften Trainings  dieser Kompetenzen in der Schule herauszufinden, wie es um diese Kompetenzen beim Azubi bestellt ist, eignen sich standardisierte Eignungstest, die wir im Online-Verfahren anbieten. Auf diese Weise versuchen Personalmanager, sich ein wahrhaftigeres Bild von der Qualität und dem Talent des Bewerbers zu machen. Dieses Verfahren ist damit deutlich wertiger als sich auf die vermeintliche Aussagekraft von Schulnoten zu verlassen.

Emotionale Stärke trotz miserabler Zeugnisse

Soziale und emotionale Kompetenzen erlangen junge Menschen, die nicht die komplette Schulzeit nur mit Lernen verbringen. In sinnvoll genutzter Freizeit lernen Jugendliche einiges außerhalb des Unterrichts über das Leben, sich selbst und andere. Soziale Fähigkeiten und emotionale Intelligenz, die Schüler sich auf diesem Wege abschauen, sind prägend für das spätere Berufsleben. Ein gesundes Maß an Verantwortungsbewusstsein ist hierbei erforderlich – permanente Blaumacher und Bummler kriegen möglicherweise nach einer Weile keinen Dreh mehr und verweigern sich jeglicher Art von Disziplin.

Ein gutes Zeugnis ist kein stichhaltiger Beweis für Intelligenz

Gute sowie schlechte Schulnoten haben nicht zwingend mit mehr oder weniger Intelligenz zu tun. So mancher Schüler kann aufgrund seines natürlichen Biorhythmus morgens um acht Uhr noch nicht seine vollständige Leistungsfähigkeit abrufen. Eine schlechtere Schulnote bedeutet nicht, dass der Bewerber über kein ausgeprägtes logisches Denkvermögen verfügt. Im Gegenteil: Langschläfer sind häufig in der Lage, logisch zu schlussfolgern und fassen in komplizierten Berufsfeldern Fuß.

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